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Wie mit Leugnern des Klimawandels sprechen — wenn überhaupt?

Unsere Psychologie ist prinzipiell dazu da, uns als Individuen Vorteile zu verschaffen. Interessante Fragen sind darum: Verschafft die Leugnung des Klimawandels den Leugnern einen direkten Vorteil? Oder bietet die Leugnung einen indirekten, psychologischen Nutzen? Dieser Beitrag stellt einen direkten und indirekten individuellen Nutzen der Leugnung fest. Wird dieser Nutzen entzogen, kann der Leugnung wirksam begegnet werden.

Es gibt gute Gründe, auf Diskussionen mit Leugnern des Klimawandels zu verzichten, denn Leugner geben sich oft ausgesprochen beratungsresistent. (Und sie sind überwiegend männlich, weshalb ich mir erlaube, Leugnerinnen in der Folge sprachlich unberücksichtigt zu lassen.)

Gibt es dennoch eine Auseinandersetzung mit Leugnern, gilt es zu entscheiden, wie sie geführt werden soll.

Understanding and countering the motivated roots of climate change denial by Gabrielle Wong-Parodi and IrinaFeygina. Screenshot of title from ScienceDirect. Wong-Parodi and Feygina, 2019.
Titel einer Publikation von Gabrielle Wong-Parodi und Irina Feygina, ScienceDirect, 2019.

Eine junge Übersichtsstudie nimmt gemäss ihrem Titel in Anspruch, die erfolgreiche Kommunikation mit Leugnern aufgrund der ursprünglichen Motive der Leugnung zu erörtern. Das Abstract der Studie und ein Artikel (in Deutsch) über die Studie deuten jedoch darauf hin, dass in der Studie psychologische Motive erwogen wurden.

Psychologische Motive sind auf einer anderen Ebene angesiedelt als ursprüngliche Motive. Psychologische Eigenschaften (oder psychologische ‹Dispositionen›) sind nur ein Mittel zur Leugnung, nicht ihre Grundursache. Wird die Leugnung des Klimawandels psychologisch erklärt, stellt sich die Frage nach der Ursache der entsprechenden psychologischen Disposition.

Da sie ein Resultat der Evolution ist, ist auch unsere Psychologie auf Suche nach individuellem Vorteil ausgerichtet. Psychologische Eigenschaften sollen ihren Trägern einen selektiven Vorteil verschaffen — jedenfalls sind unsere psychologischen Eigenschaften aus diesem Grund da.

Sollen ursprüngliche Motive der Leugnung von Klimawandel identifiziert werden, muss nach dem Nutzen der Leugnung gefragt werden. Zuerst sollte nach einem direkten Nutzen der Leugnung gefragt werden. Erfahren Leugner einen Vorteil gegenüber anderen Menschen?

Hypothese

Die schnelle Lösung des Klimaproblems wäre zwar global vorteilhaft, fast jeder Beitrag zur Problemlösung ist aber individuell nachteilig. Beiträge sind oft sogar auch für grosse Teilkollektive nachteilig. (Deshalb tragen selbst reiche Teilkollektive zu wenig zur Lösung der Klimakrise bei, auch wenn es ihnen leicht möglich wäre, einen angemessenen Beitrag zu leisten.)

Autos, Cars
Verbrennungsmotorisierter Individualverkehr. Individuell vorteilhaft, global nachteilig. Quelle.

Dazu kommt, dass die globale Temperaturerhöhung für grosse Teilkollektive noch ziemlich lange nicht auffällig nachteilig sein wird, zum Beispiel für die Schweiz.

Und Wohlergehen ist relativ. Bescheidene Nachteile des eigenen Teilkollektivs werden intuitiv ins Verhältnis zu grösseren Nachteilen anderer Teilkollektive gesetzt — Puerto Rico oder Bangladesch als Beispiele. Selbst ein absoluter Nachteil kann ein relativer Vorteil sein.

Erster und direkter Vorteil

Erstens ist die Leugnung für mich als Leugner darum vorteilhaft, weil sie mich von meinem Beitrag zur Problemlösung entlastet. Gibt es kein Problem, brauche ich nichts zu tun.

Dank den geltenden gesellschaftlichen Werten Meinungsfreiheit, Individualismus und Liberalismus funktioniert diese Entlastung auch sehr effektiv: Es wird von mir als Leugner normalerweise nicht erwartet, dass ich einen Beitrag zur Behebung eines Problems leiste, das es gemäss meiner Wahrnehmung oder Behauptung nicht gibt.

Zweiter, indirekter Vorteil

Fast jeder Mensch trägt nicht nur durch Unterlassung, sondern sogar auch sehr direkt und aktiv zur globalen Temperaturerhöhung bei. (Auto fahren, zum Beispiel, ist keine Unterlassung, sondern eine Aktivität.) Dies legt Schuldempfinden nahe und drängt Schuldabwehr auf. Gibt es keinen Klimawandel, dann verursache ich ihn auch nicht. Ist CO2 aus fossilen Energieträgern nicht die Ursache der globalen Temperaturerhöhung, bin ich auch kaum Verursacher (ausser ich wäre eine Methan produzierende Kuh, ein Reisfeld, etc.). Die Leugnung dient auch der inneren Schuldabwehr.

Die Leugnung hilft mir, mich selbst von meiner Unschuld zu überzeugen. Selbst wenn, wie im Fall von Klimawandel, normalerweise keine Bestrafung im Raum steht, erachten wir Menschen es instinktiv oder intuitiv als wichtig, nicht als schuldig erachtet zu werden und wollen andere von unserer Unschuld überzeugen. Je überzeugter ich von meiner Unschuld bin, umso eher wird mir dies gelingen.

Ein zweiter, indirekter Nutzen der Leugnung besteht also darin, sich selbst als weitgehend schuldlos zu erachten. Diese innere Schuldabwehr dient schliesslich der Schuldabwehr nach aussen und sie dient der Bewahrung von Selbstachtung. Selbstachtung ist für das erfolgreiche Funktionieren als Mensch in der Gesellschaft wichtig, die Achtung durch Mitmenschen sowieso.

Probe

Ist die Erklärung, die Leugnung des Klimawandels diene dem Zweck, unmoralisches Verhalten vor sich selbst und vor Mitmenschen zu rechtfertigen, um (instinktiv oder intuitiv) einer (entfernt) möglichen Bestrafung zu entgehen und Selbstachtung zu wahren, nur gerade eine Theorie?

Theorien sind plausibler, wenn sich mit ihnen Vorhersagen machen lassen — und dann sind Theorien besonders nützlich. Geben Leugner ihre Leugnung auf, wenn sie die Vorteile einbüssen, die sie durch ihre Leugnung erlangen oder zu erlangen versuchen? Ad-hoc-Experimente im Rahmen von Diskussionen im Internet (Interventionen in Form von Kommentaren) scheinen dies zu bestätigen.

Methode

Entsprechend der Hypothese von direktem und indirektem Vorteil wurde bei den Interventionen (oder ‹Ad-hoc-Experimenten›) wie folgt vorgegangen:

  1. Die Leugnung wurde als Versuch unmoralischer Beitragsverweigerung denunziert (Trittbrett fahren, die politische Arbeit zur Lösung des Problems anderen überlassen).
  2. Die Leugnung wurde als Versuch der Gewissensberuhigung entlarvt und kritisiert.

Besonders gut funktionierten diese Intervention, wenn einige Regeln beachtet wurden:

  1. Nicht den Vorwurf machen, die Leugnung sei unmoralisch, weil wegen fortschreitendem Klimawandel andere Menschen leiden werden.
  2. Dem Leugner nicht vorwerfen, er verhalte sich aufgrund seines Konsumverhaltens unmoralisch. Konsumverhalten nicht thematisieren, sondern ausschliesslich unmoralische Arbeitsverweigerung kritisieren, nämlich, dass sich der Leugner nicht (politisch) auf der (moralisch) richtigen Seite der Debatte engagiert!
  3. Wenn möglich nicht direkt mit dem Leugner sprechen, sondern über ihn sprechen bzw. schreiben, aber in einer Weise, dass der Leugner den Vorwurf des unmoralischen Motivs der Leugnung wahrnimmt.

Zwei Beispiele von ‹Interventionen› sind in der Amerkung wiedergegeben.

Entsprechend der Hypothese, dass die Leugnung der Schuldabwehr dient, lässt sich vermuten, dass Argumente, die als Beschuldigungen aufgefasst werden können, die Motivation zur Leugnung beflügeln. Beachtung der Regeln A und B unterlässt vermeidbare Beschuldigung.

In manchen Versuchen wurde der Name des Leugners im Kommentar genannt. Dies zeigte dem Leugner, dass negativ über ihn kommuniziert wird und sein Ruf leidet, also genau das geschieht, was seine Leugnung verhindern sollte.

Bei einer allfälligen systematischen Überprüfung der Methode sollte aber die Namensnennung hinterfragt werden. Sie könnte sich auch negativ auswirken. Auf Facebook ist es unter Freunden möglich und nützlich, den Namen des Leugners zu markieren, da er dann die Intervention gegen seine Leugnung mit erhöhter Wahrscheinlichkeit wahrnimmt.

Die Klage über den Leugner, nicht an den Leugner direkt gerichtet (wenn möglich), bringt den Leugner besonders wirkungsvoll zum Schweigen.

Mir ist keine andere Methode als die oben vorgeschlagene (1 und 2, A bis C) bekannt, die wirksam Leugner ruhig stellt. Dieses Vorgehen stoppt die Leugnung besonders zuverlässig auf Facebook.

Facebook

Es ist auf Facebook möglich, ausreichend gründlich zu argumentieren, weil Facebook lange Kommentare zulässt. Ausserdem eignet sich die Kommentar- und die „Freundschafts“-Struktur in Facebook für die oben vorgeschlagene Kommunikation: Der Leugner weiss zwar, dass (in der Regel) manche seiner Freunde und andere Nutzer von Facebook die Kommentarabfolgen mitlesen, an denen er sich beteiligt. Er weiss aber nicht, wer im Einzelfall mitliest. Der Leugner kann darum kaum abschätzen, ob er ausreichend Unterstützung erhalten wird — und also die Schuldabwehr aus seiner Perspektive doch gelingen kann.

Es ist auf Facebook meist möglich, einen Kommentar nicht direkt zu beantworten, sondern eine Kommentarstufe höher zu intervenieren, aber es ist möglich bis wahrscheinlich, dass der Leugner den Kommentar liest, auch wenn der Kommentar (die ‹Intervention›) nicht direkt als Antwort auf einen bestimmten Kommentar des Leugners platziert wurde.

Schuldabwehr durch Gegenbeschuldigung

Eigene Schuld durch Gegenbeschuldigungen ins Verhältnis zur Schuld anderer zu setzen, dient der Schuldabwehr. Da, was Klimawandel angeht, nahezu niemand restlos und in jeder Hinsicht unschuldig ist, liegt Schuldabwehr durch Gegenbeschuldigungen nahe.

Würde dem Leugner vorgeworfen, Klimawandel durch sein Konsumverhalten zu verursachen (zum Beispiel durch Auto fahren), würde dies unnötiges Schuldempfinden und als Folge davon Schuldabwehr oder Gegenbeschuldigungen provozieren.

Es wären Gegenbeschuldigungen der Art: Sie fliegen oder fahren bestimmt häufiger Auto als ich; Greta Thunberg hat auch schon ein Plastikgefäss benutzt; Umweltschützer sind die grössten Umweltsünder; etc.

Solche Gegenvorwürfe (die Leugner erheben sie massenhaft!) stützen die Hypothese, dass die Leugnung der Schuldabwehr dient und dass die Leugner mit der unmoralischen Seite ihres Tuns oder Lassens ringen — vielleicht zum Teil unbewusst —, obschon es gemäss ihrer vordergründigen Darstellung gar keinen Klimawandel gibt. (Warum sollte sich ein Leugner darum sorgen, woraus Greta Thunberg isst oder trinkt, wenn dies keinen Einfluss auf das Klima hat, da es gemäss der Behauptung des Leugners keinen Klimawandel gibt? Warum ist es einem Leugner wichtig, zu behaupten, er fahre weniger Auto als ich, wenn CO2 keine Ursache von Klimawandel ist?)

Der Verzicht auf das Argument, Klimawandel werde anderen Menschen Schaden verursachen, vermeidet die Provokation von Gegenvorwürfen, was hilft, die Konversation zu beenden. (Und wenn andere Menschen mehr leiden als der Leugner, mag das der selektive Vorteil sein, den die Psychologie des Leugners zu erreichen sucht. Gemäss der hier erhobenen Hypothese könnte dies die Leugnung zusätzlich motivieren.)

Klima-Schuldzuweisungen, Klima-Schuldempfinden und Klima-Schuldabwehr sind nach meiner Überzeugung und Erfahrung zentrale, aber fast komplett ignorierte Faktoren in der Klimadiskussion, auch was die Leugnung betrifft. Ich nenne es den ‹Klima-Schuldkomplex›. (Es gibt dazu einen ausführlichen Artikel auf klimaatelier.ch. Nach meiner Wahrnehmung ist es der bisher einzige Beitrag in Englisch zu diesem Thema überhaupt. Der ‹Klima-Schuldkomplex› lässt sich gut am Beispiel der Kritik an Greta Thunberg erklären und mit den Argumenten dieses Artikels einordnen.)

Ich glaube, wenn die Menschen realisieren, in welcher Situation wir sind, werden sie [sich oder etwas] ändern, sie werden aufwachen, denn ich glaube nicht, dass die Menschen schlecht oder übel sind. Ich glaube sie sind sich lediglich nicht bewusst [«just not aware»] (Greta Thunberg in Lausanne, eine ähnliche Aussage machte sie vor der UNO). Unmoralisch handeln zu können ohne als unmoralisch zu gelten ist der Zweck der Leugnung. (Video)

Erklärung

Die oben vorgeschlagene Kommunikation entzieht den Leugnern ihren Nutzen. Sie zerstört das Motiv und untergräbt die Motivation für weitere aktive Leugnung. Anstelle des angestrebten Vorteils erfährt der Leugner einen Nachteil. Seine Absicht, nicht wegen unmoralischen Verhaltens angeklagt zu werden, erfüllt sich nicht. Der Leugner wird im Gegenteil wegen seiner Leugnung und der unmoralischen unterliegenden Motive aktiv angeprangert und das vielleicht ziemlich öffentlich. Zum Beispiel auf Facebook.

Alternativen

Ob angesichts der Beharrlichkeit der Leugner überhaupt auf die Leugnung eingegangen werden soll; ob die Leugnung wegen ihrer Motive gründlich demontiert und als unmoralisch denunziert werden soll, wie ich es vorschlage und schon öfters erfolgreich getestet habe; oder ob, eher im Gegenteil, mit naturwissenschaftlicher Kompetenz, Geduld und sogar mit Empathie auf die Leugnung eingegangen werden soll, wie andere vorschlagen, die sich mit dem Thema beschäftigen, hängt davon ab, was im Einzelfall erreicht werden soll.

  • In manchen Fällen, besonders wenn die Leugnung des Klimawandels nicht öffentlich ist, werden starrköpfige Leugner mit Vorteil ignoriert.
  • Gibt es eine öffentliche oder halböffentliche Diskussion und soll sie abgebrochen werden, ist, Erfahrung gemacht, das oben beschriebene Vorgehen (1 und 2, A bis C) geeignet.
  • Soll der Leugner überzeugt werden, bezüglich Klimawandel politisch die Seite zu wechseln, könnten andere Vorgehensweisen besser geeignet sein. Bei auf naturwissenschaftlichen Fakten basierter Argumentation oder bei einem Vorgehen, das dem Leugner Verständnis oder sogar Empathie entgegenbringt, ist jedoch die Erfolgsaussicht im Verhältnis zum Aufwand sehr bescheiden.
Kritik

Ich behaupte nicht, die in diesem Beitrag vorgeschlagene und an einzelnen Fällen erprobte Kommunikation mit Leugnern (bzw. über Leugner) überzeuge die Leugner. Nach meiner Erfahrung bringt sie aber Leugner in Online-Diskussionen wirkungsvoll zum Schweigen.

Ob die Methode Leugner zwar effizient, aber nur kurzfristig entwaffnet oder ob die Entwaffnung sogar bleibender wirkt als bei anderen bekannten Methoden, ist eine offene Frage. Es bleibt auch offen, ob das vorgeschlagene Vorgehen manche Leugner sogar zu überzeugen vermag.

Natürlich hängt der geeignete Umgang mit Leugnern ausser von der Zielsetzung von der Situation ab. (Wie viel Zeit kann eingeräumt werden? Wer ist an der Diskussion beteiligt? Und, zuletzt erwähnt, aber nicht zuletzt wichtig: Wer hört oder liest mit?) Oft ist es nützlicher, eher unentschlossene Menschen zu überzeugen, die eine Diskussion mit Leugnern um Klimawandel passiv mitverfolgen, als sich auf die Überzeugung aktiver Leugner zu fixieren.

Manipulation und ‹Impfung›

Leugner sind einerseits Opfer von Manipulation.

Andererseits haben Leugner eine Tendenz, an Verschwörungen zu glauben — das ist fast zwingend so. Es liegt darum nahe, die Leugner darüber aufzuklären, dass sie in der Tat einer Verschwörung zum Opfer fallen, wenn sie den Manipulatoren glauben, von denen manche (aber längst nicht alle!) der fossilen Industrie nahe stehen.

Und es kann erklärt werden, wie diese Manipulation erfolgt. Dieser Umgang mit Leugnern wird in Englisch als «inoculation» bezeichnet, also Impfung, vielleicht weil ‹inoculation› auch präventiv wirkt, zum Beispiel, wenn Diskussionen passiv mitverfolgt werden. Es gibt einige Forschung dazu, mit — erwartungsgemäss — positiven Resultaten. ‹Inoculation› hat sich auch in Kombination mit den oben vorgeschlagenen Argumenten (1 und 2) schon bewährt.

Die aktive, professionelle Manipulation ist gut belegt und zweifellos von grosser Bedeutung. Der Fokus auf die professionelle Manipulation ist psychologisch attraktiv, aber dieser Fokus ist einseitig.

Die Wahrnehmung, die Leugnung des Klimawandels sei fast ausnahmslos auf professionelle Manipulation zurückzuführen, ist schmeichelhafter und darum willkommener als diese: Wir lassen uns leicht und gerne manipulieren.

Die andere Seite der Manipulation

Die interessante und dringend zu beantwortende Frage wäre nicht die nach dem Vorgehen von Firmen wie zum Beispiel Exxon Mobile oder Menschen wie den Gebrüdern Koch und deren Einfluss auf die Leugnung des Klimawandels in breiten Kreisen der Gesellschaft. Die interessantere und meines Erachtens viel wichtigere Frage, die es zu ergründen gibt, ist: Warum lassen sich so viele Menschen so gerne zur Leugnung des Klimawandels manipulieren?

Die redliche Antwort aber eine unbequeme Erkenntnis ist: Wir können durch die Leugnung einen Vorteil erlangen und Schuldabwehr betreiben, gegenüber unseren Mitmenschen und gegenüber uns selbst. Deshalb leugnen wir. So gesehen ist die Leugnung des Klimawandels nur wenig überraschend.

Es ist gut belegt und in einem Artikel auf klimaatelier.ch beschrieben, dass wir — auch nur wenig überraschend — fast alle leugnen, nicht selten aktiv, auffällig und eifrig. Überwiegend leugnen wir moderat und zurückhaltend, eher passiv als aktiv. Oder wir leugnen nicht in einer Art, die normalerweise als Leugnung des Klimawandels gilt.

Die andere Seite der Leugnung

Angesichts der diesem Artikel zu Grunde liegenden Überlegungen ist es wenig überraschend, dass die Leugnung der Lösung des Klimaproblems ähnlich attraktiv und verbreitet ist wie die Leugnung des Problems an sich.

Auch die Leugnung der Lösung gibt es in vielen Varianten und Ausprägungen. Die Leugnung der Lösung dient letztlich demselben Zweck wie die Leugnung des Problems.

Dasselbe gilt für die Verniedlichung des Problems oder die Behauptung, die Lösungen kämen schon rechtzeitig, wie von selbst.

Übrigens entlastet auch die Behauptung, die Problemlösung sei eine Frage des individuellen klimafreundlichen Konsums oder von freiwilligem individuellem Verzicht, vor Schuld und grossem Aufwand. (Auf einen Flug zu verzichten, zum Beispiel, ist kein Aufwand, eher eine Ersparnis.)

Auch wenn es leicht Widersprüche offen legt, kombinieren Leugner oft verschiedene Formen der Leugnung. Dafür gibt es eine einfache Erklärung: Diese verschiedenen Formen der Leugnung bewahren uns Leugner davor, Aufwand leisten zu müssen und lassen uns unsere Selbstachtung erhalten. So bleibt das CO2-Problem ungelöst, egal wie unmoralisch unsere Unterlassungen sind.

Es heisst, unsere unter altsteinzeitlichen Bedingungen entstandene psychologische Disposition sei in einer Welt mit Klimawandel ungeeignet. Im globalen Rahmen ist die Erklärung richtig. Was die Optimierung unserer Interessen als Individuen und als Mitglieder vorteilhaft positionierter Teilkollektive betrifft, leistet unsere Psychologie aber auch im anthropogen gewandelten Klima Erstaunliches.


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DAC air contactors. Carbon Engineering.Die Leugnung — auch durch Klimaschützer und Wissenschafter — eines fast unverzichtbaren Teils der Lösung des CO2-Problems ist in einem früheren Beitrag auf klimaatelier.ch beschrieben.


Klimasünde Klimapredigt — Klima, Schuld und Sühne

In einem weiteren Artikel auf klimaatelier.ch ist der Klima-Schuldkomplex anhand von Beispielen beschrieben.

 

Anmerkung — Beispiele von Interventionen
Beispiel 1, Motiv erklärt und Unmoral scharf kritisiert

Es gibt zu viele Leute, denen das gegen den Strich geht [dass es menschgemachten Klimawandel gibt], die das kleine bisschen an Mehraufwand und Kosten scheuen, um das Problem zu lösen und deshalb Informationen wie oben der deutschen EIKE gerne glauben, teilen und damit Lügen und Halbwahrheiten verbreiten. Diese Leute leugnen das Problem, weil sie entweder mental nicht damit klar kommen, dass die Menschen das Problem verursachen — also mitunter sie selbst —, weil sie sich bei Anerkennung des Problems in der Schuld fühlen würden oder weil sie eben unsägliche unmoralische Trittbrettfahrer und Drückeberger sind, die lieber andere das Problem lösen lassen, das unbedingt gelöst werden muss: das CO2-Problem. Wahrscheinlich beides: Sie kommen mit der Schuldanerkennung nicht klar *und* sie sind elende unmoralische Drückeberger und Trittbrettfahrer. Die beiden Dinge schliessen sich ja nicht aus.

Beispiel 2, Intervention mit Namensnennung auf Facebook

Liebe Leute. Dieser [Vorname Name] ist wieder mal so ein Fall. Ich muss sagen, ich finde diese Leugner unterdessen mega-interessant. Ist ja nicht viel, was [Vorname] hier zum Besten gibt, aber es reicht für eine Analyse: Er kennt allerhand Leugnerargumente, darunter mein Lieblingsargument: «Anteil des Menschen nur x %». Sowieso ist es nicht CO2 (weil Sonne). Dieser [Vorname] noppelt doppelt und mehrfach. (Wenn es sowieso nicht CO2 ist, dann spielt doch auch der Anteil des Menschen keine Rolle.) Aber ganz dick kommt es hier: «Wichtig ist,das wir im täglichen Leben danach leben » Wenn der Mensch nicht die Ursache ist, dann, warum dann, soll es eine Rolle spielen, wie „wir im täglichen Leben danach leben“?

Andere Themen sind wichtiger. Aber er befasst sich doch eingehend mit Klimawandel, also mit den Argumenten anderer Leugner, jedenfalls. Warum nur stiefeln sich die Leugner alle soviel inkonsistenten Müll zusammen? Und warum dieses Engagement, dieser Eifer? Und warum kommt so oft das: Abgaben, Steuer.

Ich habe da meine Theorie. Und sie passt auf jedes Leugnerprofil. Die Leugner wollen keinen Beitrag zur Problemlösung leisten. Sie wollen die Arbeit und die Kosten dafür anderen überlassen. Darum leugnen sie das Problem, egal wie absurd, redundant und inkonsistent ihre Argumentation ist. Ganz tief drin wissen sie aber, dass ihre Haltung als Trittbrettfahrer, Drückeberger zutiefst unmoralisch ist. Um ihre Selbstachtung zu bewahren, leugnen sie das Problem.

Leugner die auch Klimaschützer sind, immer und immer wieder. Es ist der Schuldkomplex. Hier gibt es einen langen Artikel dazu:

http://klimaatelier.ch/preaching-accusation-guilt-denial-ignaz-semmelweis-climate-communication/

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Bildnachweis

Aerial view of road with cars by Deva Darshan from Pexels, @darshan394, link.

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Schuldinduktion, Klimaruhe, Klimaleugnung: Klimasünde Klimapredigt

Die Leugner des Klimawandels haben gewonnen. Jedenfalls sind sie stärker als je zuvor. Die Klimaschützer sehen die Ursachen bei den professionellen, von der interessierten Industrie finanzierten Leugnern und bei der Psychologie der Teile der Bevölkerung, bei denen die Argumente der Profileugner auf fruchtbaren Boden fallen. Die wichtige Frage ist: Warum gibt es diesen fruchtbaren Boden? Die unbequeme Wahrheit ist: Die meisten Klimaschützer haben diesen Boden selbst bereitet. Sie selbst verursachen die Leugnung des Klimawandels. Schuldinduktion, Klimaruhe, Klimaleugnung: Klimasünde Klimapredigt weiterlesen

Einbildung und Leugnung: Schweizer Ergebnisse des European Social Survey 2016 zu Klimawandel

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Preaching, Accusation, Guilt and Denial: Learning from Ignaz Semmelweis for Climate Communication

Climate preaching, the proposal that consumers should voluntarily and individually protect the climate, induces a feeling of guilt that elicits climate denial and the observed reluctance to communicate the problem —climate silence. It is argued that climate preaching is therefore overall detrimental. The implicit induction of guilt and its rejection is a major reason for difficulties to communicate on climate change. The argument is exemplified by the story of Ignaz Semmelweis, the pioneer of evidence-based medicine who was born exactly two hundred years ago.

Preaching, Accusation, Guilt and Denial: Learning from Ignaz Semmelweis for Climate Communication weiterlesen

Gletscherschutzinitiative: Klimaschutz per Hüftschuss?

Die Idee für eine Klimainitiative ist kurz nach Paris aufgetaucht, heute wurde der Plan erstmals an die Öffentlichkeit gebracht. Sie sei «brandgefährlich», heisst es bereits bei Economiesuisse. Die Leute haben für einmal recht, aber anders herum. Brandgefährlich ist die Gletscher-Initiative nicht für die Industrie in der Schweiz, sondern für den Klimaschutz. Gletscherschutzinitiative: Klimaschutz per Hüftschuss? weiterlesen

The Day after Yesterday. What the Paris climate conference agreed on.

Any news that’s two days old will sure be ignored. You would therefore expect everybody in that press room to have been busy spreading the news, even more so when their peers were all reporting from a „historic“ event. Not this time, though: Just then, the media granted itself a little pause to applaud, a peer recorded. „Joy without end“, one of them reported from the final moments of the conference. Its participants hugged one another. Many had tears in their eyes. Germany’s minster for the environment immediately made a statement — tears of joy in her eyes, too — about the „historic moment“. Barack Obama was pleased, too. „This is huge: Almost every country in the world just signed on to the #ParisAgreement on climate change—thanks to American leadership“, he tweeted. Will future generations be happy with the outcome of the Paris agreement? Would the non-human living nature have a reason to celebrate? There is reason for doubt. The Day after Yesterday. What the Paris climate conference agreed on. weiterlesen

Retropower.ch ist online

Die Bündner Stimmbürger haben heute in einer zweiten und letzten Abstimmung die Anti-Kohle Initiative mit 81% Ja-Stimmen gutgeheissen. Ein Investitionsverbot in Kohlekraftwerke durch Unternehmen, an denen der Kanton beteiligt ist, wird nun in der Verfassung verankert. Die Entscheidung fiel deutlich aus, obschon Repower als Folge der ersten Abstimmung 2013 bereits versprach, nicht in Kohlekraftwerke zu investieren. Das Energieunternehmen, ist mehrheitlich im Besitz des Kantons. Es wird bis zum Ende dieses Jahres aus dem Projekt in Kalabrien auszusteigen. In Saline Joniche, ganz im Süden der italienichen Halbinsel, projektiert Repowers Tochterfirma SEI S.p.A ein Steinkohlekraftwerk mit 1,3 Gigawatt Produktionskapazität.

Mit dem Ergebnis des Urnengangs sind jedoch die Probleme mit Repower weder in Italien noch in der Schweiz gelöst. Die ehemalige Rätia Energie wendet bei der Projektentwicklung des Kohlekraftwerks in Kalabrien immer wieder zweifelhafte Methoden an. Repower bleibt das Enfant Terrible der Schweizer Energiebranche. Geschäftsleitung und Verwaltungsrat profilieren sich mit ihrer Ablehnung des Zubaus neuer erneuerbarer Energieanlagen. Das ehemalige Musterunternehmen wird in ihrer unzeitgemässen Haltung zuverlässig von der Bündner Regierung unterstützt — obschon sich der Bergkanton damit selbst schadet.

Mit der heutigen Abstimmung endet eine lange Phase der Zurückhaltung derjenigen Klimaschützer, die den Widerstand in Graubünden gegen die Repower-Kohlekraftwerke reanimierten. Retropower.ch ging heute mit der Schliessung der Wahlurnen online. Die Website wird weiter ausgebaut werden, um über das vielfältige Fehlverhalten der Schweizer Strombranche und speziell des Graubündner Energieunternehmens Repower zu berichten.

-> Weiterlesen auf retropower.ch


  • Titelbild: Bündner Anti-Kohle Initiative: endgültig angenommen. Repower-Problem: weiter ungelöst. Retropower.ch ist online.

Klima-Lenkungsabgabe in die Verfassung!

Der Bundesrat schlägt ein Klima- und Energielenkungssystem vor und will es in der Verfassung verankern. Die Frist zur Einreichung von Antworten auf die entsprechende Vernehmlassung ist der 12. Juni 2015. Da der Vorstoss vom Bundesrat ausgeht, ist die Chance auf Umsetzung intakt. Dieser Beitrag beurteilt das politische Umfeld und stellt eine konkrete Antwort auf die Vernehmlassung vor. Klima-Lenkungsabgabe in die Verfassung! weiterlesen

Leugnen von Fehlverhalten. Die zweifelhaften Methoden der Bündner Repower — Teil 2

An der Generalversammlung der Repower 2015 wurde die Manipulation der Medien und der Generalversammlung bekannt gemacht, die im Vorjahr stattgefunden hatte. Verschiedene Medien Graubündens berichteten — ohne jedoch den genauen Ablauf der Vorfälle zu beschreiben. Die von den Medien festgehaltenen Erklärungen der Verwaltungsräte Eduard Rikli und Martin Schmid sowie von Regierungsrat Cavigelli zeigen, wie sehr sich das Bündner Energieunternehmen weiterhin den Realitäten verschliesst. Die obersten Verantwortlichen der Repower leugneten die Manipulation. Auch die Verstrickung des Unternehmens mit der Mafia in Kalabrien wird weiterhin konsequent geleugnet. Leugnen von Fehlverhalten. Die zweifelhaften Methoden der Bündner Repower — Teil 2 weiterlesen

Lügen und verleumden. Die zweifelhaften Methoden der Bündner Repower — Teil 1

Das Bündner Energieunternehmen Repower manipulierte die Generalversammlung und desinformierte die Medien. Dies wurde anlässlich der Generalversammlung von heute (29. April 2015) bekannt. Für Repower ist es nicht das erste Vorkommnis zweifelhafter Art und ereignete sich trotz einer früheren Mahnung des damaligen Bündner Regierungsrats und heutigen Ständrats Martin Schmid, Praktiken wie Desinformation könnten nicht geduldet werden. Schmid vertritt seit 2008 den Kanton im leitenden Gremium des Verwaltungsrats der Repower. Das Fehlverhalten fand an der Generalversammlung des Vorjahrs statt und erfolgte durch Kaderleute des Bündner Energiekonzerns. Ihr Vorgehen könnte rechtliche Konsequenzen haben. Lügen und verleumden. Die zweifelhaften Methoden der Bündner Repower — Teil 1 weiterlesen

Repower-Kohlekraftwerk: Die umstrittenen Vergleiche der Millionenklage

Im April letzten Jahres (2014) verklagte der Repower Italien Chef Fabio Bocchiola im Namen der Tochtergesellschaft SEI vier Gegner des in Kalabrien geplanten Kohlekraftwerks auf 4 Millionen Euro Schadenersatz. Die Klage wirft Fragen auf, die in diesem Übersichtsartikel behandelt sind.
Repower-Kohlekraftwerk: Die umstrittenen Vergleiche der Millionenklage weiterlesen

Repower-Kohlekraftwerk: Ursachen und Hintergründe der Millionenklage

Im April letzten Jahres (2014) verklagte die Bündner Repower vier Gegner ihres geplanten Kohlekraftwerks in Kalabrien auf 4 Millionen Euro Schadenersatz. Dieser Artikel beleuchtet die Ursachen und Hintergründe der Klage.
Repower-Kohlekraftwerk: Ursachen und Hintergründe der Millionenklage weiterlesen

Repower-Kohlekraftwerk: ein Projekt von Zockern

Repower richtet der Geschäftleitung erhebliche variable Vergütungen aus. Das sechsköpfige Gremium kassiert jährlich bis zu fast einer Million Franken an Boni. Gemäss Repower Verwaltungsratspräsident Eduard Rikli sind „qualitative Zielsetzungen“ bei der Festlegung der Bonuszahlungen mitbestimmend. Es muss mit guten Grund davon ausgegangen werden, dass Teile der Geschäftsleitung persönlich profitieren, wenn die Baubewilligung für das von Repower in Saline Joniche geplante Kohlekraftwerk gesprochen wird. Die Aussicht auf persönliche Bereicherungen könnte bei der immer noch mit grossem Engagement, hohen Kosten und erheblichen Risiken vorangetriebenen Projektentwicklung in Saline Joniche eine Rolle spielen. Repower-Kohlekraftwerk: ein Projekt von Zockern weiterlesen

Gericht stoppt Repower-Kohlekraftwerk in Italien

Das Verwaltungsgericht in Rom hat am Freitag, 27. Februar 2015, den Bewilligungsprozess des von Repower in Kalabrien geplanten Kohlekraftwerks zum Stillstand gebracht. Nationale und regionale Umweltorganisationen, die Region Kalabrien und verschiedene Gemeinden haben erfolgreich gegen die Verfügungen eingesprochen, welche die Bewilligung des Kohlekraftwerks unterstützten. Dies könnte nach rund zehn Jahren Planung das Ende des Kraftwerks bedeuten, das die ehemalige Rätia Energie in Saline Joniche, an der Südspitze des italienischen Festlands bauen wollte. Sollte das Bündner Unternehmen sein umstrittenes Bauvorhaben trotz dieses Rückschlags weiterverfolgen, lassen sich daraus interessante Folgerungen ableiten. Gericht stoppt Repower-Kohlekraftwerk in Italien weiterlesen

Chinas Kohleverbrauch im 2014 rückläufig

Was aufgrund der monatlichen Zahlen zu erwarten gewesen war, wird nun für das Jahr 2014 bestätigt: Die Kohleförderung in China ging zurück. Auch die chinesischen Kohleimporte waren im letzten Jahr rückläufig. Deshalb beziffert das US-basierte Institut für Energiewirtschaft und Finanzanalyse den Rückgang des Kohleverbrauchs in China von 2013 auf 2014 mit etwa 2,3 Prozent.
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Kohlekraftwerk-Kauf der Genfer «Edelweiss» in Slowenien geplatzt

Kraftwerk in Trbovlje wird nicht erneuert, sondern stillgelegt

Die Genfer Edelweiss Investment SA wollte in Slowenien ein altes Braunkohlekraftwerk erwerben und erneuern. Die Transaktion ist gescheitert. Das Kraftwerk, es verfügt über den höchsten Kamin in der EU, wird nun stillgelegt. Direktorin der Edelweiss-Aktiengesellschaften ist Christine Moulin Borcard, sie ist auch Vizepräsidentin der Raiffeisenbank West in Genf. Gemäss übereinstimmenden Medienberichten besitzt der russische Milliardär Oleg Burlakov die Edelweiss. Kohlekraftwerk-Kauf der Genfer «Edelweiss» in Slowenien geplatzt weiterlesen

Alstom in Slowenien der illegalen Bereicherung beschuldigt

Wegen eines neuen 600 Megawatt Braunkohlekraftwerks in Šoštanj ist der Hauptlieferant Alstom, dessen Kraftwerkssparte in Baden zu Hause ist, mit dem Vorwurf konfrontiert, sich „illegale Gewinne“ von 284 Millionen Euro verschafft zu haben. Während Alstom den Neubau in Slowenien probehalber in Betrieb nimmt, spitzen sich die Vorwürfe wegen einer Untersuchung zu, an der auch Schweizer Behörden beteiligt waren. Kürzlich wurde gegen 10 Personen Anklage erhoben. Alstom ist wegen Korruption in verschiedenen Ländern auf allen Kontinenten mit Vorwürfen, Untersuchungen, Verurteilungen oder Ausschlüssen belastet. Der Fall in Sostanj könnte alle der vielen Korruptionsprobleme des Konzerns in den Schatten stellen, einschliesslich die gerade erst bekannt gewordene Vergleichszahlung von 700 Millionen US-Dollar in den USA.

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Kommentar über «knappe Ressourcen»

Immer mehr setzt sich die bezüglich Klimaschutz vielleicht wichtigste Erkenntnis durch: Es gibt sehr viel mehr Kohle, Gas und Erdöl, als das Klima verkraftet. Diese Erkenntnis ist die Grundlage der Carbon Bubble Hypothese und damit der Ausgangspunkt der Divestment-Kampagne, die primär den grössten Firmen des fossilen Energiesektors Finanzen entziehen will. Trotz sinkender Preise für Kohle, Öl und Gas ist der Peak-Hype, die Behauptung, die fossilen Energieträger seien knapp, noch nicht vorbei.
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