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Wie wir das Klima schützen können — wie nicht

Die Schweizer Klimastreikbewegung fordert die Kandidatinnen und Kandidaten vor den nationalen Wahlen auf, ihre Haltung zu den Forderungen der Bewegung zu deklarieren. Sie können Vorschläge zur Erfüllung der Forderungen der Bewegung machen. Die Stellungnahmen der Kandidat*innen sind ernüchternd.

In einer Serie von Beiträgen gibt es eigene Vorschläge, die, wenn umgesetzt, die Forderungen der Klimastreikbewegung erfüllen würden. Im Hauptteil dieses Beitrags werden Lösungsansätze diskutiert.


Dies ist der erste Beitrag einer Serie von fünf Beiträgen darüber, wie die Forderungen der Klimastreikbewegung erfüllt werden könnten.


Es wäre zu erwarten, dass die Kandidat*innen die Gelegenheit nutzen und öffentlich aufzeigen, mit welchen politischen Massnahmen besonders die ziemlich klar definierte und nicht einfach zu erfüllende Forderung von netto null Treibhausgasemissionen bis 2030 erfüllt werden könnte. Überbieten sich die Kandidierenden mit Empfehlungen zur Lösung der Klimakrise?

Eher das Gegenteil ist der Fall. Sogar Vordenker*innen und Wortführer*innen zu Klimafragen, einschliesslich von grünen und linken Parteien, äussern sich nur oberflächlich, zum Teil gar nicht (klimacharta.ch).

Oft stimmen die Kandidat*innen allen Forderung vordergründig zu, schreiben dann aber, mehr oder weniger direkt, warum sie die 2030-Forderung für nicht umsetzbar halten und also eigentlich doch nicht unterstützen.

Es macht den Anschein, die Kandidatinnen und Kandidaten für den National- oder Ständerat wissen nicht, wie die Forderungen der Klimastreikbewegung umgesetzt werden können. Oder sie wissen nicht, wie das CO2-Problem lösbar ist.

Ausserhalb der Charta wird von links quasi-anonym behauptet, mit CO2-Abgaben auf viel zu bescheidener Höhe und viel zu spät, einem kleinen Feuerwerk weiterer Vorschläge und noch mehr gutem Glauben an technischen Fortschritt, würde die 2030-Forderung erfüllt und es wird suggeriert, das würde kaum etwas kosten. Ein weiterer Vorschlag von noch linker, geht in die gleiche Richtung.

Lapidare Feststellungen wie «Die Schweiz senkt den Ausstoss klimaschädigender Gase auf netto Null bis ins Jahr 2030»  (Beat Ringger) und der Wunsch nach einem Systemwechsel tun nichts zur Sache.

Vermeintlich gute Nachrichten mögen bisweilen willkommen sein. Ein Heilsversprechen ist jedoch keine Erlösung. Die Umsetzung der wenig gehaltvollen Vorschläge würde die 2030-Forderungen der Bewegung nicht annähernd erfüllen.

Die Meinungen aller wichtigen Parteien der Schweiz sind bekannt. Ihre Absichtsbekundungen widerspiegeln meist Verweigerung, Ersatzhandlung, Ablenkung oder Belanglosigkeit — wahlweise, je nach Partei. So verschieden die Pläne der Schweizer Parteien sind, eine Gemeinsamkeit gibt es: Selbst wenn sie umgesetzt würden, wäre der Beitrag des Landes für die Respektierung der 1,5-Grad Limite ungeeignet. Relativ ambitioniert ist der Plan der Jungen Grünen. Auch dieser Plan genügt dem selbstdeklarierten Anspruch jedoch nicht annähernd.

Netto null CO2 muss und kann schnell erreicht werden. Dafür braucht es Gesetze für Massnahmen, die redlich sind, wenn auch vielleicht nicht überall beliebt. Unser Leben müsste aber nicht einmal einschneidend umgestellt werden.


1,5-Grad Szenarien des IPCC. Ergänzt.CO2-Emissionen müssen schneller sinken als IPCC und UNO kolportieren | Artikel auf klimaatelier.ch


Taugliche Instrumente — und untaugliche

Es gibt verschiedene Ansätze zur Bewältigung der Klimakrise, bessere und schlechtere:

  1. Hoffen und beten, dass die Menschen schnell alle zu regelrechten Altruisten werden, also dem Gegenteil von Egoisten, und die Klimakrise ohne Gesetze lösen – eigenverantwortlich. Wir sollten uns bitte nicht mehr weiter auf einen positiven Effekt der von allen Seiten lancierten ‹Klimapredigten› verlassen, auch nicht auf einen quasi-esoterischen ‹Bewusstseinswandel›.
  2. Darauf hoffen, dass ein allein auf Marktkräften und Innovation beruhender technischer Fortschritt die fossilen Energieträger und Zement überflüssig macht, sodass diese Stoffe schliesslich gar nicht mehr produziert und genutzt werden — und auch die anderen Treibhausgasemissionen ausbleiben. Darauf sollten wir uns genauso wenig verlassen.
  3. Hohe Steuern oder Abgaben erheben, um den technologischen Fortschritt zu finanzieren und zu beschleunigen. Dies sollte grosszügig geschehen, besonders im Bereich Forschung und Entwicklung. Wind- und Sonnenenergie, Geothermie, Brennstoffzellen- und Wärmepumpentechnologie, Strom- und Wärmespeicherung, CO2-Entfernung, CO2-Abscheidung und synthetische Energieträger; es gäbe viel zu tun und es wären Investitionen, nicht einfach Ausgaben, die sich primär im Inland aufdrängen. Es muss aber nicht alle Forschungsförderung im Inland stattfinden. Entwicklungshilfe durch Auslandinvestitionen in Forschung, warum nicht? Darüber gäbe es mehr zu schreiben. Netto null Treibhausgasemissionen werden wir jedoch auch mit forciertem technologischem Fortschritt nicht erreichen. Der Versuch, mit Technologieförderung allein den ganzen Weg zu gehen, wäre ein teures Unterfangen ohne Aussicht auf Zielerreichung. Subventionen sind teuer, meist ungerecht und zu wenig wirksam.
  4. Eine Quelle imaginären Reichtums herbeiwünschen und damit die Rechnung für den Bau neuer Energieanlagen begleichen, also Geld für diesen Zweck herstellen und ausgeben. Dies wird in den USA vorgeschlagen und nun auch in der Schweiz. Auch wenn die Rechnungsstellung in diesem Fall komplex ist, muss am Ende die Rechnung bezahlt werden. Und es werden bei diesem Ansatz nicht vordringlich die materiell besser gestellten Menschen diese Rechnung bezahlen. (Das heisst aber natürlich nicht, nationale, internationale, kantonale und private Banken sollen weiterhin dreckige statt saubere Geschäfte finanzieren, einschliesslich durch Geldschöpfung.)
  5. Nach und nach die Importe (und die Gewinnung) oder die Nutzung von Kohle, Erdöl und Erdgas einschränken, verbieten, von Zement auch. Es mag den Anschein machen, Verbote seien gerecht und kostengünstig. Der Vorstellung trügt in beider Hinsicht. Der politische Wille für wirksame Verbote ist bescheiden — oft mit guten Gründen. Der Versuch, netto null Treibhausgasemissionen nur mit Verboten zu erreichen, wäre teuer und aussichtslos. Schlicht den Import von fossilen Energieträgern oder sogar von fossilem Kohlenstoff zu verbieten, tönt lässig und billig, wäre aber extrem teuer — denn es würden sehr viele, sehr teure synthetische (Jumplink) Energieträger importiert.  Das wäre sehr viel teurer als der in einem Folgebeitrag gemachte Vorschlag. Verbote sollten jedoch nicht tabu sein. Einige wichtige Verbote zur richtigen Zeit könnten sehr wohl Kosten vermeiden. Ein sofortiges Verbot der Neuzulassung von Autos, die fossile Treibstoffe verbrennen, und sofort eine sehr restriktive Bewilligungspflicht für den Einbau von Heizungen, die Heizöl oder Erdgas verbrennen, wären richtig.
  6. Treibhausgasemissionen rationieren und die handelbaren Rationen („Zertifikate“) rechtzeitig auf null herunterfahren. Wenn mit Konsequenz eingesetzt, kann Rationierung (oder ‹Mengensteuerung›) zweifellos die Forderung von ‹Netto-Null› bis 2030 erfüllen — sofern die Rationen versteigert werden und (anfangs zunehmend, dann auslaufend) ein Teil des Geldes für die Wiederentfernung von CO2 aus der Luft eingesetzt wird. Rationierung erscheint vielen Menschen als gerecht und kostengünstig. Auch diese Wahrnehmung ist unter Umständen sehr trügerisch. Die Kosten der Veränderungen fallen, wie bei der Preissteuerung durch Abgaben (weiter unten, H), bei der Rationierung auch an. Der Wandel durch die Verknappung der fossilen Energieträger generiert eine Knappheitsrente, also Gewinne. Bei Mengensteuerung wird diese ‹Knappheitsrente› gerne durch die reichen Menschen eingenommen (Produzenten und Banker), aber durch die finanziell weniger gut ausgestatteten Menschen bezahlt (Konsumenten). Dieses Problem könnte gelöst werden, wenn alle Rationen versteigert würden und der gesamte Auktionsertrag an die Bevölkerung verteilt würde oder, komplizierter, wenn die Bevölkerung alle Rationen zu gleichen Teilen erhielte. In der politischen Praxis sind Rationierungssysteme bisher immer Selbstbedienungsläden für reiche und politisch mächtige Menschen. Bisher wurde weltweit noch kein faires und wirksames Rationierungssystem für den Klimaschutz umgesetzt. In der politischen Praxis sind bisher alle Systeme mit handelbaren Treibhausgas-Emissionsrechten ineffizient (teuer), viel zu wenig wirksam und ausgesprochen ungerecht.
  7. Von den Importeuren fossiler Energie verlangen, dass ein Teil des importieren Kohlenstoffs in Form von CO2 vorher im Untergrund bleibend gespeichert wurde. Bis zum Zieljahr der Nullemissionen die vollständige präventive Entfernung von allen importierten fossilen Energieträgern oder sogar allem importiertem fossilem Kohlenstoff verlangen. Für CO2-Emissionen aus Zementwerken und für andere Treibhausgase als CO2 in analoger Weise verfahren. Es wäre eine besondere Form der Mengensteuerung. Sie weist dieselben Probleme auf, wie andere Varianten der Mengensteuerung (Rationierung, F). Auch bei dieser Form der Mengensteuerung fällt die Knappheitsrente an. Ihre faire Verteilung ist bei dieser Variante aber ausgeschlossen. Immerhin wäre die ‹Selbstbedienung› erschwert, da nur die Sequestrierung CO2-Zertifikate generieren würde. Die Möglichkeit, eine echte Kohlenstoff-Kreislaufwirtschaft mit synthetischen (Jumplink) Energieträgern zu schaffen, würde bei diesem Ansatz aufgeschoben, vielleicht für sehr lange Zeit.
  8. Preissteuerung: Kohle, Erdöl und Erdgas schnell zunehmend verteuern, schliesslich in einem Mass, dass die CO2-Emissionen aufhören, weil die Alternativen kostengünstiger sind und weil aus dem Abgabenaufkommen ausreichend hohe Prämien für die Entfernung von CO2 aus der Luft bzw. aus Kaminen ausgerichtet werden. Analoge Abgaben bei der Zementproduktion und den Emissionen anderer Treibhausgase als CO2 erheben. Abgesehen von den Ausgaben für die CO2-Entfernung wird das ganze Aufkommen aus den Abgaben pro Kopf als ‹Ökobonus› zurückverteilt. Die Gefahr, dass, wie bei der Rationierung (Mengensteuerung), Menschen mit Sonderinteressen selektive Vorteile erlangen (sogar sich aus dem Abgabenaufkommen bedienen), ist auch bei Preissteuerung erheblich, aber zweifellos geringer als bei Mengensteuerung (F). Einen konkreten Vorschlag auf dieser Basis (Preissteuerung) gibt es in diesem Beitrag.
  9. Eine Weltregierung mit hoher Machtfülle in Klimafragen installieren und dieser ein Mandat und die Kompetenz zur Problemlösung geben. Das wäre der beste Ansatz gewesen und er sollte nicht beiseite geschoben bleiben. Mit dem Pariser Abkommen geht die Entwicklung jedoch gerade in die umgekehrte Richtung. Es weist die Verantwortung für Emissionsbeschränkungen klar den Nationalstaaten zu.

Das Angebot, sich zu den vier Forderungen der Klimastreikbewegung zu äussern, gilt auch für Menschen, die auf eine Kandidatur verzichten. Zu den vier Forderungen der Bewegung und den Punkten der Klima-Charta gibt es Erläuterungen in den weiteren Beiträgen dieser Reihe und einen Vorschlag mit konkreten Regeln.


Was ‹Klimanotstand› bedeuten sollte | Beitrag zur ersten Forderung der Klimastreikbewegung | klimaatelier.chWas ‹Klimanotstand› bedeuten sollte
Zur ersten Forderung der Klimastreikbewegung
Beitrag auf klimaatelier.ch

Die grosse Herausforderung | Netto-Null bis 2030 | Was noch zu beachten ist | Eine Einführung | klimacharta.ch | klimaatelier.chDie grosse Herausforderung | Netto-Null bis 2030 | Was noch zu beachten ist | Eine Einführung zur  Forderung Netto-Null bis 2030 | Beitrag auf klimaatelier.ch

Der Ausweg aus der Klimafalle | Vorschlag für Netto-Null bis 2030 unter Berücksichtigung der Forderung ‹Klimagerechtigkeit› | klimacharta.ch | klimaatelier.chDer Ausweg aus der Klimafalle | Vorschlag für Netto-Null bis 2030 unter Berücksichtigung der Forderung ‹Klimagerechtigkeit› | klimaatelier.ch

Welches System wie zu wandeln wäre | Beitrag zur bedingten Forderung der Klimastreikbewegung | klimacharta.ch | klimaatelier.chWelches System wie zu wandeln wäre | Beitrag zur bedingten Forderung der Klimastreikbewegung | klimacharta.ch | klimaatelier.ch


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Was ‹Klimanotstand› bedeuten sollte

Die Klimastreikbewegung fordert die Wahrnehmung oder Behandlung der Klimakrise als Notstandssituation. Die Lösung der Klimakrise ist noch möglich, sogar erstaunlich einfach möglich, aber nicht mit nur wohlgefälligen Ansätzen. In diesem Beitrag sind wichtige Punkte erörtert, auch solche, die gerne verdrängt werden.

Es kann nicht mehr darum gehen, unser Gewissen zu besänftigen, als Land nicht und als Individuen bitte auch nicht mehr. Es geht darum, ein Problem zu lösen, das unbedingt gelöst werden muss und sehr schnell gelöst werden sollte, das CO2-Problem.

Information

Es braucht dringend eine Informations- und Bildungsoffensive des Bundes mit vordringlich diesem Zielpublikum: Schulleiter*innen, Lehrer*innen, Journalist*innen, Politiker*innen, Diplomat*innen und weitere Beamt*innen. Dazu sollten Wissenschafter*innen verpflichtet werden. (Keine solche Informationskampagne unternommen zu haben, ist die grosse, unverzeihliche Unterlassung der letzten Jahrzehnte.)

Bei einer Informationskampagne sollten die Disziplinen Sozialpsychologie, Politologie, Ökonomie, Technik, Biologie und Geophysik im Vordergrund stehen. Es soll jedoch keine Appelle für freiwillige Verzichts- oder Konsumhandlungen geben oder die Wirkung der Kampagne könnte sich ins Gegenteil der beabsichtigten verkehren. Weshalb dies zu befürchten wäre, ist in einem weiteren Artikel beschrieben — falsche Schuldzuweisungen sollten längst Geschichte sein.


Learning from Ignaz Semmelweis for Climate Communication.
Artikel auf klimaatelier.ch


Klimaverträglichkeit

Alle politischen Entscheide sollten daran gemessen werden, ob sie mit 1,5 Grad globaler Temperaturerhöhung kompatibel sind. Ungeeignete Gesetze und Bestimmungen sollten einklagbar sein.

Derselbe Massstab sollte bei der Bewilligung von grossen staatlichen oder privaten Bauvorhaben angesetzt werden. Der Aspekt Klimawandel und die Kompatibilität mit dem 1,5-Grad Ziel, muss Teil jeder Umweltverträglichkeitsprüfung sein.

Aussenpolitik, Aussenpolitik und nochmals Aussenpolitik

Da es sich um ein globales Problem handelt, muss die Aussenpolitik bezüglich Klimawandel und der Klimawandel in der Schweizer Aussenpolitik Vorrang erhalten. Die diplomatischen Bemühungen der Schweiz sind zu vervielfachen und konsequent auf das 1,5-Grad Ziel auszurichten.

Alle Internationalen Vereinbarungen müssen einen Test zur Kompatibilität mit dem 1,5-Grad Ziel bestehen (Stichworte Handelsabkommen und ‹Bilaterale Verträge›). Bestehende aber ungenügende Abkommen sind neu zu verhandeln, aufzukündigen oder notfalls zu brechen.

Finanzwirtschaft

Die Finanzwirtschaft, einschliesslich die Nationalbank, ist zu streng klimagerechtem Geschäften zu reglementieren. (Das Pariser Abkommen ist diesbezüglich deutlich. Die Schweiz hat es ratifiziert und steht offiziell zum 1,5-Grad Ziel.)

Auslandhilfe

Für eine konsequente Energie-Transition in Empfängerländern, bzw. zur Verhinderung eines fossilen Entwicklungspfades, ist Auslandhilfe an strenge Auflagen zur Vermeidung von Treibhausgasemissionen in diesen Ländern zu knüpfen. Unter dieser Voraussetzung kann die Auslandhilfe massiv ausgebaut werden, sonst nicht.

Gesetzgeberische Ambition und Kompetenz

Es braucht dringend positive Entscheide, also neue Gesetze, wie in den weiteren Beiträgen erklärt ist, besonders hier.

‹Netto-Null› muss für CO2 schnell erreicht werden, und es könnte für alle Treibhausgasemissionen schnell erreicht werden.


1,5-Grad Szenarien des IPCC. Ergänzt.CO2-Emissionen müssen schneller sinken als IPCC und UNO kolportieren | Artikel auf klimaatelier.ch


Der normale gesetzgeberische Prozess, der durch Unterlassungen stärker geprägt ist als durch Taten, ist mit den notwendigen (und grundsätzlich auch möglichen) Veränderungen nicht kompatibel — auch wegen der grossen Unterlassung, der erwähnten Informationskampagne, die es nie gab und immer noch nicht gibt.

Der Bundesrat muss zur Problemlösung verpflichtet und zu diesem Zweck mit Sonderkompetenzen ausgestattet werden. Die Aussage (auf klimacharta.ch), die Klimastreik-Bewegung fordere «nicht etwa die Einschränkung demokratischer Rechte» ist viel zu defensiv, weil sie den Verzicht auf echte Notstandsregelungen verzichtet — diesen Verzicht jedenfalls suggeriert. Für dringliche Situationen wie die Klimakrise gibt es den demokratisch legitimierten Bundesrat.

Es soll sich bitte niemand vormachen, die 2030-Vorgabe und das Einhalten der 1,5-Grad Limite seien ohne Organisationsform möglich, die der Notstandssituation entspricht, die da wäre, wenn wir sie nur wahr haben wollten. Dies wäre möglicherweise verschieden, wenn es die oben geforderte Informationskampagne gegeben hätte. Es hat sie jedoch nicht gegeben.

Handabdruck statt Fussabdruck

Die Schweiz verursacht im Inland nur rund ein Promille der globalen Treibhausgasemissionen — stimmt! Was bedeutet das nun? Sicher nicht, dass wir deshalb legitimiert wären, die Arme hängen zu lassen und uns weiter vor der Verantwortung zu drücken, anderen Ländern die Problemlösung zu überlassen und Trittbrett zu fahren.

Aber die Situation ist nicht einfach. Unsere Lösung der Klimakrise im Inland muss weit über die Landesgrenzen hinaus wirken, denn es geht nicht darum, gut dazustehen, sondern es geht darum, ein Problem zu lösen, das dringend gelöst werden muss.

Ein beispielhaft schnelles Netto-Null wäre zweifellos ein äusserst wertvolles Signal für den Rest der Welt, ein mächtiger Handabdruck in Form eines schnellen kleinen Fussabdrucks des Landes. (Wie das ginge, ist im Beitrag über die Forderung ‹Klimagerechtigkeit› beschrieben.) Wird der Null-Fussabdruck mit dem richtigen Instrument effizient erreicht, wäre die Wirkung der Schweiz als Vorbild besonders nützlich.

Derselbe Vorschlag hätte einen weiteren starken Handabdruck zur Folge: Eine für die Begrenzung der globalen Temperaturerhöhung unverzichtbare Technologie, die Technologie zur technischen Filterung von CO2 aus der Luft, würde industriell umgesetzt und der psychologischen Selbstschutzbehauptung (aber realen Selbstschussbehauptung), diese Technologie existiere nicht, würde die Grundlage entzogen. Damit würde auch der Behauptung, Klimawandel sei ein unlösbares Problem, die Grundlage entzogen. Ein kleines Land wie die Schweiz könnte mit diesem Aspekt des Handabdrucks sehr wahrscheinlich weit mehr erreichen als mit einem kleinen Klima-Fussabdruck.

Technologie

Für das schnelle Erreichen von netto null Treibhausgasen braucht es zwingend und dringend die industrielle Umsetzung der (bereits real existierenden!) Technologie für die direkte Entfernung von CO2 aus der Luft. Die Landesregierung liegt mit ihrer Feststellung richtig, dass die «vornehmliche Aufgabe» der CO2-Entfernung der zeitnahe Ausgleich unvermeidbarer Emissionen ist, um das Ziel von netto null Emissionen zu erreichen. Die Regierung sollte entsprechend handeln — tut es aber nicht. Die sauberen Kraftwerke und die Maschinen für die CO2-Entfernung sind erfunden. Nun müssen sie gebaut werden.

Die offizielle Schweiz sollte bitte nicht weiter behaupten, die Technologie existiere nicht oder sei nicht zur Umsetzung bereit. Es gibt die Technologie unbestreitbar und ihr Einsatz ist bereits erstaunlich kostengünstig.


Diagramm Flugticketpreise wenn das CO2 mit DAC entfernt wird.Die CO2-Entfernung aus der Luft ist notwendig und da | Artikel auf klimaatelier.ch


Bundesrat und Verwaltung sollten sich jedoch noch klarer vom ‹Generationenbetrug› distanzieren, von der unbelegten Behauptung, CO2 könne noch in grossen Mengen ausgestossen werden, weil es möglich sei, dieses CO2 Jahrzehnte später netto wieder aus der Atmosphäre zu entfernen.


DAC air contactors. Carbon Engineering.Keine Spekulation auf netto negative Emissionen, sondern CO2-Entfernung jetzt! | Artikel auf klimaatelier.ch


Fossile Energie und Sequestrierung des CO2 oder Synfuels?

Netto null CO2-Emissionen bedeutet Kohlenstoff-Kreislaufwirtschaft. Es gibt die Möglichkeit der Kohlenstoff-Kreislaufwirtschaft mit Biomasse. Sie wird weiter unten besprochen. Jedoch vorweg: In der Schweiz ist das Potenzial der Biomassenutzung und Aufforstung für Netto-Null zu gering, weltweit auch. Es braucht deshalb eine technologische Kohlenstoff-Kreislaufwirtschaft. Es gibt zwei mögliche Formen.

  • Quasi-Kreislaufwirtschaft Erdkruste-Luft-Erdkruste: Das CO2, das aus fossilen Quellen stammt, wird entweder aus Kaminen abgeschieden und sequestriert, also als CO2 im Untergrund bleibend gespeichert. Oder es wird aus der Luft gefiltert und (auch) sequestriert.
  • Echte Kreislaufwirtschaft Luft-Synfuels-Luft: Für die Produktion von kohlenstoffhaltigen, rein künstlichen Energieträgern, Synfuels, wird Kohlenstoff als CO2 aus der Luft gefiltert. Bei der Verbrennung der Synfuels wird das CO2 wieder frei. Für die Produktion der Synfuels, wie auch für alle anderen Aktivitäten, wird auf fossile Energieträger verzichtet.

Die technische Entnahme (oder Filterung) von CO2 aus der Luft braucht es in beiden Fällen und ist darum für die Lösung des CO2-Problems unverzichtbar. Unverzichtbar! (Das sollte nicht schwierig zu begreifen sein.)

Die Synthese von Energieträgern mit Wasserstoff aus Wasser und CO2 aus der Luft benötigt zwingend sehr viel Energie, viel mehr als die CO2-Entfernung aus der Luft allein. Und der Energieverbrauch ist bei der Produktion von Synfuels die dominante Kostenkomponente.

Die CO2-Abgabe müsste, wenn kein fossiles CO2 sequestriert, sondern mit synthetischen Energieträgern gearbeitet wird, sehr viel höher angesetzt werden — drei bis fünf mal höher als mit Sequestrierung. (Der rückverteilte Anteil des Abgabenaufkommens wäre entsprechend hoch. Die volkswirtschaftlichen Kosten eines CO2-freien Energiesystems mit Synfuels wären viel höher als mit Sequestrierung.)

Ganz ohne Sequestrierung ist das Ziel von netto null Emissionen aller Treibhausgase ohnehin nicht absehbar in Reichweite, wegen der Zementproduktion, den anderen Treibhausgasen als CO2 und weil gar kein fossiler Kohlenstoff mehr importiert werden dürfte, auch kein aus fossilem Kohlenstoff produzierter Kunststoff. Die Zielerreichung (‹Netto-Null›; 1,5 Grad) wäre kaum sicherzustellen. Ohne harte und sehr einschneidende Verbote, zusätzlich zu den CO2-Abgaben, würden das Ziel nicht erreicht.

Die Sequestrierung ist bei Umweltschützern ausgesprochen unbeliebt, nicht jedoch bei den Experten, die sich damit auskennen: Die CO2-Sequestrierung ist kostengünstig und sicher. Das Potenzial ist für praktische Zwecke unbegrenzt. Mit Sequestrierung kann Zeit gewonnen bzw. das CO2-Budget kann gestreckt werden, selbst wenn das Ziel eine echte Kohlenstoff-Kreislaufwirtschaft mit Synfuels statt Sequestrierung sein soll.

Das 1,5 Grad Ziel ist ohne Sequestrierung nicht mehr vernünftig erreichbar, das ist eigentlich eine einfache Rechnung.

Der schnelle Einsatz von Synfuels als Ergänzung zu Elektrizität für netto null CO2-Emissionen würde sogar dann eine extreme Anstrengung bedeuten, wenn der Anteil der Energieversorgung durch Synfuels bescheiden wäre.

Es ist selbst bei maximaler Bereitschaft und optimaler politischer Rahmensetzung sehr fraglich, ob weltweit schnell — innerhalb der technischen Lebensdauer von Wind- oder Sonnenstromanlagen und innerhalb eines engen CO2-Budgets — auf eine CO2-freie Energiewirtschaft umgestellt werden könnte, wenn zugunsten einer echten Kohlenstoff-Kreislaufwirtschaft (mit Synfuels) auf die CO2-Sequestrierung verzichtet wird. Dafür ist das Kohlenstoff-Restbudget bereits sehr knapp geworden. Der Verdacht liegt nahe, dass es bereits zu knapp geworden ist. Das 1,5 Grad Ziel ist ohne Sequestrierung kaum mehr vernünftig erreichbar.

Eine Initiative des aktivistischen britischen Journalisten George Monbiot für Aufforstung, der sich sogar wenige Wissenschafter und Greta Thunberg anschlossen, behautet, die technische CO2-Entfernung sei keine Lösung, weil die Produktion der erforderlichen Anlagen für die CO2-Entfernung selbst und für die Bereitstellung der nötigen Energie bereits zu viel des CO2-Restbudgests verschlingen würde. Wird CO2-Sequestrierung zugelassen, ist diese Behauptung eindeutig falsch. Sollte Sequestrierung ausgeschlossen werden, sind Bedenken dieser Art jedoch sehr gerechtfertigt.

Für den Schreibenden überraschend kommt eine gründliche Studie zum Schluss, der Umbau des Energiesystems für eine weltweite, CO2-freie Vollversorgung bis 2050 mit erneuerbarer Energie sei ohne Sequestrierung möglich, sogar kostengünstig und das CO2-Budget für 1,5-Grad würde respektiert. In dieser optimierten Projektion würde die Energieversorgung ab etwa 2035 zu einem erheblichen Teil auf synthetischen Energieträgern beruhen. (CO2-Freiheit und Restbudget-Anspruch betreffen dabei CO2 aus der Energieumwandlung allein, ohne das aus der Zementproduktion stammende CO2, das ohnehin auf die eine oder andere Art sequestriert werden muss.)

Ausblick

Die in diesem und im nächsten Beitrag beschriebenen Punkte sollten berücksichtigt werden, wenn in einem weiteren Beitrag erklärt wird, wie die Schweiz netto null Treibhausgasemissionen in vorbildlicher Weise erreichen könnte.



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Die grosse Herausforderung

«Netto null THG Emissionen im Inland bis 2030 ohne Einplanung von Kompensationstechnologien» heisst die zweite Forderung der Schweizer Klimastreiker*innen. Um das Ziel zu erreichen, muss zuerst die Herausforderung verstanden werden. Und für die Lösung müssen Scheuklappen abgelegt werden.

Es braucht tatsächlich eine sehr viel schnellere Reduktion der Emissionen von Treibhausgasen (THG), als üblicherweise behauptet wird.


1,5-Grad Szenarien des IPCC. Ergänzt.CO2-Emissionen müssen schneller sinken als IPCC und UNO kolportieren | Artikel auf klimaatelier.ch


Der Schulstreikbewegung gebührt Dank dafür, diese Notwendigkeit hervorzuheben.

Zwischen den verschiedenen Treibhausgasen unterscheiden

Es muss zwischen CO2 und den kurzlebigeren Treibhausgasen unterschieden werden. Netto null Emissionen aller Treibhausgase ist nicht schnell notwendig — oder gar nicht, nicht einzeln und auch nicht insgesamt.

Weil CO2 in der Atmosphäre kumuliert, müssen die Emissionen dieses Treibhausgases hingegen sehr dringend ‹Netto-Null› erreichen. Die globale Temperaturerhöhung hängt direkt mit den gesamten, kumulierten CO2-Emissionen zusammen. Es gibt darum ein CO2-Restbudget. Die Emissionen von Methan und Lachgas müssen ohne Verzögerung wesentlich zurückgehen, andernfalls das CO2-Restbudget zu klein ist, um den nötigen Umbau der Energiewirtschaft zu erreichen.

Ein Netto-Null bis 2030 für alle Treibhausgase insgesamt ist dennoch eine gute Zielsetzung, aber es ist ein hoher Anspruch. Es gibt nicht viele Möglichkeiten, dieses Ziel zu erreichen.

Mit billigen Ersatzhandlungen werden wir das Klima jedenfalls nicht retten.

Keine Auslandkompensation!

Mit ihrem längerfristig ohnehin unhaltbaren Wunsch auf Auslandkompensation und ihren diesbezüglichen Bemühungen in der UNO Klimarahmenkonvention untergräbt die Schweiz das Funktionieren des globalen Klimaschutzes nach dem Konzept des Abkommens von Paris.

Die Möglichkeit der Auslandkompensation schafft bei den potenziellen Empfängerländern einen perversen Anreiz. Die Aussicht auf Kompensationszahlungen erhöht das Interesse dieser Länder, ihre im Rahmen des Pariser Abkommens gemachten Reduktionsversprechen bescheiden zu halten, um sie anschliessend, zwecks Erhalt von Kompensationszahlungen, leichter übererfüllen zu können. Es ist eigentlich eine Trivialität, dass die Auslandkompensation einen die deklarierte Absicht ins Gegenteil verkehrenden (darum ‹perversen›) Anreiz schafft.

Es wäre wichtig, dieses Problem zu erkennen und zu benennen. Es wird jedoch kaum thematisiert (nach Wahrnehmung des Schreibenden in der Schweiz gar nicht). Auslandkompensation dient nicht der internationalen Klimagerechtigkeit. Langfristig steht die Auslandkompensation sogar den Interessen der potenziellen Empfängerländer entgegen — den Interessen der Schweiz auch.

Sowieso ist Auslandkompensation ein absurder Ansatz, wenn alle Länder schnell ‹Netto-Null› erreichen sollen.

In der Forderung der Klimastreikbewegung steht der Zusatz «im Inland ohne Einplanung von Kompensationstechnologien». Die Formulierung ist ziemlich geglückt aber unklar. Auslandkompensation ist abzulehnen, soweit so gut.

Es ist auch richtig und wichtig, die Spekulation auf netto negative Treibhausgasemissionen zu verurteilen, den ‹Generationenbetrug›, die Behauptung, es könnten in Jahrzehnten Dutzende bis Hunderte von Millionen Tonnen CO2 netto aus der Luft entfernt werden («Einplanung» von Kompensationstechnologien); die Szenarien des IPCC für 1,5 Grad Temperaturerhöhung gehen alle davon aus.

CO2-Entfernung schnell und richtig

Es ist jedoch absurd und schädlich, die zeitnahe, rein technische CO2-Entfernung aus der Luft zu ignorieren, herunterzuspielen oder diese Möglichkeit sogar explizit auszuschliessen, wie es oft gemacht wird und in der Erklärung auf klimacharta.ch gemacht wurde.


Diagramm Flugticketpreise wenn das CO2 mit DAC entfernt wird.Die CO2-Entfernung aus der Luft ist notwendig und da | Artikel auf klimaatelier.ch


Die zeitnahe, rein technische CO2-Entfernung sollte sogar mit Vehemenz gefordert und vorangetrieben werden, denn das Ziel von netto null Treibhausgasemissionen ist ohne technische CO2-Entnahme aus der Luft nicht realistisch erreichbar. Dieser ‹Handabdruck› ist darum dringend erforderlich.


DAC air contactors. Carbon Engineering.Keine Spekulation auf netto negative Emissionen, sondern CO2-Entfernung jetzt! | Artikel auf klimaatelier.ch


Bäume sind schön, aber keine Problemlösung

Die natürlichen, biologischen Speicher reichen für ein schnelles Netto-Null selbst dann nicht aus, wenn alle Treibhausgasemissionen extrem reduziert und die biologische Speicherkapazität maximiert würden. Aufforstung und verwandte Massnahmen genügen kurzfristig- oder mittelfristig nicht mit Vernunft für die CO2-Entfernung, auf die Dauer sowieso nicht, weil irgendwann nicht mehr weiter aufgeforstet werden kann. (Wälder sind keine CO2-Senken. Sie sind bescheidene CO2-Speicher, die zwar gefüllt werden können, jedoch irgendwann voll sind und auch wieder entleert werden können.)

Glücklicherweise hat Stefan Rahmstorf die Fehlbehauptungen richtig gestellt, die ETH-Forscher kürzlich über das Potenzial von Bäumen in die Welt gesetzt haben. Die biologische Speicherkapazität ist ganz einfach zu klein. Wälder kühlen das Klima längst nicht überall. Auch ist die Speicherung von Kohlenstoff in Biomasse nicht dauerhaft sicher, sowieso nicht überall, auch nicht in Holzkohle.

Es müsste rund die Fläche der Schweiz aufgeforstet werden, um alle Treibhausgasemissionen des Landes zu kompensieren. Wäre der Wald abschliessend gewachsen, müsste erneut eine Landesfläche aufgeforstet werden, und so weiter. Ein kleines und reiches Land wie die Schweiz könnte dies zum Beispiel eine Weile lang in Brasilien tun, auf das Risiko hin, eine Zeitbombe anzulegen. Nicht die Schweiz, sondern Brasilien entscheidet jedoch letztlich über die Wiederaufforstung dortzulande und der Trend geht in die andere Richtung — bis auf Weiteres unablässig.

Kurzfristig könnte und sollte die Schweiz dennoch alles in ihrer Macht stehende tun, um die weitere Zerstörung der biologisch wertvollen und kühlenden Wälder in den Tropen zu verhindern. (Dies wäre auch ohne Klimawandel ein richtiges und wichtiges Gebot und sollte nicht als Massnahme für nachhaltigen Klimaschutz betrachtet werden.)

Auch auf die CO2-Abscheidung aus Abgasströmen von Kraftwerken, grossen Industrieanlagen und der Abfallverbrennung kann und soll nicht verzichtet werden. Diese CO2-Abscheidung ist viel kostengünstiger als die CO2-Entfernung aus der Luft. Sie kostet aktuell 30 bis 60 Franken pro Tonne CO, ist also (zur Zeit) 10 bis 20 mal kostengünstiger als die CO2-Filterung aus der Luft.

Zwischen den rein biologischen Ansätzen wie Aufforstung und den rein technischen Ansätzen wie CO2-Entfernung mit entweder Sequestrierung oder Synfuels sind biologische Treib- und Brennstoffe (Biofuels) angesiedelt. Und es gibt einen ganzen Strauss von Verfahren, die als BECCS bezeichnet werden, bei denen über den Weg der Biomasse sowohl CO2 als auch Energie gewonnen werden (Bio, Energy, Carbon, Capture, Sequestration); mehr dazu hier.

Diese Ansätze, die auf biologische CO2-Filterung setzen, können einen erheblichen Beitrag leisten und sollten nicht ignoriert werden. Selbst eine gute Kombination von Aufforstung, Biofuels und BECCS reicht jedoch für ein Netto-Null nicht aus. Wenn übertrieben oder schlecht gemacht, könnte mit dem Versuch der Schuss leicht hinten hinausgehen. Natur würde zerstört statt geschützt.

Es braucht die technische Filterung von CO2 aus der Luft. Ob die CO2-Sequestrierung zugelassen werden soll (oder ob synthetische Energieträger, Synfuels, eine Energieversorgung mit sauberem Strom ergänzen sollen) ist sehr viel mehr als Geschmacksache — wie schon in einem anderen Artikel dieser Serie erklärt ist (Jumplink).

Weder CO2-Entfernung aus Abgasen noch aus der Luft; weder Sequestrierung noch Synfuels sind das Ziel der Anstrengung. Ziel ist das schnelle Netto-Null der Treibhausgasemissionen zu erträglichen Kosten bei Vermeidung sozialer Ungerechtigkeit, das alles vorbildlich und übertragbar, also nachahmungsfähig.

Wie die einfachen Regeln sein müssen, um die 2030-Forderung vorbildlich, zeitgerecht, kostengünstig und übertragbar umzusetzen, ist im (folgenden) Beitrag über ‹Klimagerechtigkeit› beschrieben.

Sozial gerecht ist die im Folgebeitrag beschriebene Lösung erstens durch die Rückverteilung des grössten Teils der hohen CO2-Abgabe — und zweitens weil die Gesamtkosten trotz einer grossen Anstrengung vertretbar sind.

Kostengünstig ist die im Folgebeitrag beschriebene Lösung, weil das wichtigste und dringlichste Ziel ohne Umwege oder Ersatzhandlungen frontal angegangen wird: Netto null CO2-Emissionen.


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Der Ausweg aus der Klimafalle

«Klimagerechtigkeit» heisst die dritte Forderung der Schweizer Klimastreiker*innen. Die grösste Klima-Ungerechtigkeit wird geschaffen, wenn das CO2-Problem zu lange ungelöst bleibt. In diesem Beitrag wird beschrieben, wie es trotz aller Herausforderung noch gelöst werden könnte und wie sogar das Ziel von netto null Treibhausgasemissionen in der Schweiz in kurzer Zeit erreicht werden könnte.

Die drei Ungerechtigkeiten

Eine Klima-Ungerechtigkeiten besteht zwischen arm und reich. Noch mehr ist die globale Temperaturerhöhung eine Generationen-Ungerechtigkeit und sogar noch mehr ist sie eine Ungerechtigkeit der Menschen gegenüber der Natur.

Die Ungerechtigkeit gegenüber der Natur ist gravierender als die anderen Klima-Ungerechtigkeiten, denn die jungen Menschen können sich offenbar mindestens Gehör verschaffen. (Die besonders betroffenen aber oft materiell benachteiligten Länder könnten sich auch Gehör verschaffen, verzichten aber seltsamerweise weitgehend darauf. Eher machen sie die hohle Hand.)

Die gute Methode, diesen drei Ungerechtigkeiten zu begegnen, besteht sicher nicht in Ausgleichszahlungen oder dergleichen. Die gute Methode, um die Ungerechtigkeiten zu vermeiden, so gut es noch geht, ist ganz einfach, Klimawandel zu vermeiden — so gut es noch geht.

Das Verursacherprinzip anwenden

Die Bundesverfassung schreibt den Schutz der Umwelt und die Anwendung des Verursacherprinzips zu diesem Zweck bereits vor. Es müsste also nur die Bundesverfassung respektiert werden.

Weil es nun (ziemlich neu) die Möglichkeit der rein technischen CO2-Entfernung aus der Luft gibt und sie sogar zu bereits erträglichen Kosten realisiert werden kann, ist die konsequente Umsetzung des Verursacherprinzips nun (erst) praktisch möglich und weiterer, sehr signifikanter Klimawandel vermeidbar geworden.


Diagramm Flugticketpreise wenn das CO2 mit DAC entfernt wird.Die CO2-Entfernung aus der Luft ist notwendig und da | Artikel auf klimaatelier.ch


Damit wären weitere Klima-Ungerechtigkeiten vermeidbar, sogar erstaunlich einfach und kostengünstig vermeidbar.

Dafür ist einfach (einfach!) eine CO2-Abgabe in mindestens in der Höhe der Kosten der rein technischen CO2-Entfernung nötig. ‹Netto-Null› plus Verursacherprinzip bedeutet unumgänglich genau dies. Unterlassen die Gesetzgeber*innen weiterhin, eine CO2-Abgabe auf mindestens diesem Niveau zu erheben, missachten sie die Bundesverfassung.

Basierend auf den in vorhergehenden Beiträgen dargestellten Überlegungen folgt eine Liste der Regeln, mit denen das geforderte Netto-Null an Treibhausgasemissionen schnell erreicht werden kann.

Die Regeln

Eine gerechte und kostengünstige Lösung für die Schweiz, die von jedem einzelnen, vielen oder allen Ländern der Welt umgesetzt werden könnte, funktioniert so:

  • Die CO2-Abgabe wird (weiterhin) bei Importen oder an der Quelle erhoben. Neu wird sie auf alles CO2 gleichermassen erhoben, einschliesslich auf CO2 aus der Zementherstellung und bei der Nutzung von Kohle, Erdölderivaten oder Erdgas für andere Zwecke als Energie (Kunststoffe). (Ein spezieller Abgabesatz drängt sich einzig für die Luftfahrt auf, wie weiter unten erörtert wird.) Die CO2-Abgabe steigt in wenigen Jahren auf mindestens 300 Franken pro Tonne, wahrscheinlich deutlich höher, jedenfalls schnell auf mindestens die Höhe der Kosten der technischen CO2-Entfernung aus der Luft. (Sie kostet im Moment rund 650 Franken pro Tonne, bei industrieller Umsetzung rund 200 Franken pro Tonne. Letzteres entspricht rund 50 Rappen pro Liter Benzin, Heizöl oder Kerosin.) Über die jeweils nächsten (z. B.) fünf Jahre ist die Höhe der CO2-Abgabe festgelegt und über diesen Zeitraum unveränderlich. Über die Höhe (in dann jeweils z. B. sechs Jahren) wird jährlich entschieden. Zusätzlich wird die CO2-Abgabe automatisch erhöht, wenn die Preise von fossilen Energieträgern sinken, wodurch die Lenkungswirkung der CO2-Abgabe gesichert bleibt. Grundsätzlich werden die Erträge aus der Abgabe gleichberechtigt an die Einwohner*innen der Schweiz rückverteilt (Ökobonus).
  • Beginnend schon im ersten Jahr wird jedoch ein zunehmender Anteil der Einnahmen für die CO2-Entfernung so eingesetzt, dass das Ziel von netto null Treibhausgasemissionen im Inland im Zieljahr erreicht wird. Das entfernte CO2 muss entweder aus Anlagen im Inland stammen oder aus der Luft. Abgesehen davon ist es unerheblich, wo die CO2-Entfernung stattfindet. Um die CO2-Abscheidung aus Kaminen (etc.) oder die CO2-Entfernung aus der Luft ohne Verzug anzuregen, können anfangs verschiedene Tarife ausgerichtet werden. Diese Tarife sollten sich aber bald angleichen — auch wenn die Kosten der CO2-Entfernung aus der Luft bleibend viel höher sind als die Kosten der CO2-Abscheidung aus Abgasströmen. Bezahlt wird in beiden Fällen für die sicher im Untergrund sequestrierte Menge CO2. Da die Schweiz bezahlt, kann sie entscheiden, wie die Filterung von CO2 aus der Luft geschieht, einschliesslich mit welcher Energie, oder wie die Sequestrierung (Wegsperrung, bleibende Speicherung) von aus der Luft gewonnenem CO2 stattfindet, auch wenn die CO2-Filterung oder die CO2-Sequestrierung im Ausland erfolgt.
  • Analoge Abgaben werden auf Emissionen anderer Treibhausgase erhoben, ebenfalls möglichst nahe an der Quelle, ebenfalls prinzipiell mit Rückverteilung. Ein zunehmender Anteil des Aufkommens wird auch für die CO2-Entfernung eingesetzt, mit dem Ziel, ausreichend schnell insgesamt null Treibhausgasemissionen zu erreichen.
  • Es gibt Grenzausgleich betreffend grauem CO, also CO, das bei der Produktion des importierten Guts entstand — also Zollabgaben beim Import von ‹grauem› CO. Dasselbe sollte es auch bei ‹grauen› Emissionen anderer Treibhausgase geben. Grenzausgleich bedeutet auch Rückvergütung bei Exporten. Die Überschüsse aus dem Grenzausgleich werden vollständig an die Bevölkerung rückverteilt. Die Rückverteilung dieses Anteils der CO2-Abgabe erfolgt nur an natürliche Personen. Vorausgesetzt, die Abgabenhöhe stimmt, ist das Abgabenaufkommen aus dem Grenzausgleich viel höher als das Aufkommen aus CO2-Abgaben für Emissionen im Inland — und die Rückverteilung ist entsprechend hoch, mit positiver Wirkung für Menschen mit unterdurchschnittlichen Einkommen. Soweit wie möglich sollten auf Importe erhobene CO2-Abgaben entsprechend des Herkunftslandes erhoben werden, also zum Beispiel anhand der Zusammensetzung der Stromproduktion in der EU, nicht aufgrund eines Labels nach Produktionsart (Ökostrom, erneuerbarer Strom, Strom aus Kohle- oder aus Windkraftwerken, etc.). Es sollen nicht Deklarationen (Labels, Zertifikate) für sauberen Strom abgegraben, sondern es soll die saubere Produktion im Ausland angeregt werden. (Es ist wahr, dass Grenzausgleich ein komplexes, heikles und aufwändiges Unterfangen ist. Auf die Fehlbehauptung, Grenzausgleich sei unmöglich, sollte jedoch verzichtet werden.) Grenzausgleich berücksichtigt das Problem der ‹grauen› Emissionen im Ausland ausreichend. Diese ‹grauen› Emissionen werden durch den Grenzausgleich reduziert, weil Importe verteuert werden. Die Auslagerung von Treibhausgasemissionen ins Ausland (‹Carbon Leakage›) wird unattraktiv und verhindert.
  • Anfangs kann die Rückverteilung der Abgaben auf inländische Emissionen ausser an natürliche auch an juristische Personen erfolgen, wie es bereits der Fall ist. Nach einer Einführungsphase soll der Einnahmeüberschuss aus Gründen der Gerechtigkeit ausschliesslich an natürliche Personen rückverteilt werden. (Eine gerechtere Methode für die Bewältigung der Klimakrise als gezielte Abgaben mit Rückverteilung pro Kopf — eine Schweizer Erfindung — dürfte kaum zu erfinden sein!) Da die Höhe der Abgabe für inländische Treibhausgasemissionen die Kosten der CO2-Entfernung übertrifft, führen auch diese Abgaben (mehrheitlich erhoben beim Import fossiler Energieträger) zu Rückverteilung, also zu einem Ökobonus. Der Einnahmeüberschuss aus dem Grenzausgleich soll bewusst nicht für die CO2-Entfernung eingesetzt werden. Die Eliminierung von Treibhausgasemissionen im Ausland ist durch politische Entscheidungen im Ausland zu erreichen, Entscheide, welche die Schweiz durch Diplomatie beeinflussen sollte — und als Vorbild. Die Entfernung von ausländischen Emissionen auf Kosten der Schweiz, durch CO2-Entfernung aus den Überschüssen des Grenzausgleichs, würde im Ausland einen unerwünschten perversen Anreiz schaffen — die Schweiz würde teuer die Emissionen anderer Länder aus der Luft entfernen, welche diese Länder kostengünstiger vermeiden könnten. Der Grenzausgleich verursacht Knappheitskosten in der Schweiz. Es ist darum richtig, die entsprechende Knappheitsrente vollständig in der Schweiz (zurück) zu verteilen.
  • Um den CO2-Emissionen des Luftverkehrs beizukommen, aber das Problem von ‹Carbon-Leakage› (das Verschieben von Abflügen und damit CO2-Emissionen ins Ausland) in diesem Bereich zu berücksichtigen, steht an erster Stelle eine Abgabe auf fossilem Kerosin mit ihrem eigenen Satz. (Im Widerspruch zu den üblichen Behauptungen kann eine solche Abgabe trotz bestehender internationaler Vereinbarungen erhoben werden. Im Gegensatz zu Ticketabgaben wirkt die Abgabe auf Kerosin auf fast allen Stufen der Erzeugungskette lenkend; zum Beispiel auf die Effizienzverbesserung von Triebwerken und Flugzeugen.) Zusätzlich sollten Flugticketabgaben erhoben werden, jedoch nur für kürzere Strecken (um das Carbon-Leakage Problem bei Langstreckenflügen nicht zu akzentuieren). Eine für die geplante Flugstrecke geeignete Betankung sollte bei Abflügen aus der Schweiz verlangt werden. Dem Carbon-Leakage Problem soll ausserdem durch internationale Verhandlungen begegnet werden.
  • Die Einkünfte aus der Flugticketabgabe können eingesetzt werden, um die Restemissionen des Luftverkehrs durch CO2-Entfernung aus der Luft auszugleichen. Zu diesem Zweck können zusätzlich auch Mittel aus dem allgemeinen Staatshaushalt eingesetzt werden. Möglichst schnell soll es international koordinierte Regeln geben, so dass auch im Flugverkehr die Verursacher die ganzen Kosten tragen.
  • Zur Verhinderung von sogenanntem Tanktourismus kann verlangt werden, dass alle Fahrzeuge (Autos und Lastwagen) das Land vollbetankt verlassen. Internationale Pendler fahren mit Vorteil elektrisch. Tanktourismus ist kein gültiges Argument gegen eine CO2-Abgabe auf Treibstoffe!

Die CO2-Abgabe schliesst andere Instrumente (z. B. Verbote) nicht aus. Einzig Mengensteuerung (Rationierung mit weissem Markt) würde der CO2-Abgabe als zentrales Instrument in die Quere kommen.

Andere Massnahmen und Instrumente sind in den oben vorgeschlagenen Regeln, die sich auf die Handlungskompetenz auf Bundesebene konzentrieren, nicht erwähnt, sind aber nicht ausgeschlossen. Es sei an den Handlungsspielraum von Gemeinden und Kantonen gedacht: Aufforstung; verbesserte Siedlungsplanung; kommunale Biomassenutzung; Wärmenetze; Anergienetze; Effizienznormen; Stromversorgungsinfrastruktur, einschliesslich für elektrisch angetriebene Fahrzeuge; Priorisierung von klimafreundlichem gegenüber klimaschädlichem Verkehr im öffentlichen Raum; Priorisierung von CO2-frei produziertem Strom bei der Einspeiseberechtigung, etc.

Der Vorschlag beschreibt das Kernprinzip. Er beschreibt nicht, was optional zusätzlich beschlossen werden könnte, sowieso nicht die Details. Das Kernprinzip ist: Das CO2-Problem wird gezielt adressiert. Das Netto-Null der Treibhausgasemissionen wird durch die Entfernung von Restemissionen termingerecht realisiert.

Auf Ersatzhandlungen wie die teure und ungerechte Subventionen für spezifische Alternativen oder staatliche Prestigeprojekte wird verzichtet.

Auf potenziell katastrophale Regeln, die auf eine Schrumpfung der wirtschaftlichen Aktivitäten abzielen, wird auch verzichtet.

Auch wenn es vielleicht vordergründig nicht den Anschein macht, dieser Vorschlag setzt nur am Rand auf den Einsatz von Technologie. Er setzt primär auf Substitution, Effizienz und auf etwas Suffizienz.

Er setzt in keiner Weise auf den Generationenbetrug, die netto CO2-Entfernung aus der Atmosphäre — mit Biomasse oder Technologie — durch die heute jungen Menschen oder spätere Generationen.

Dieser Vorschlag ist vorbildlich und allgemein nachahmungsfähig. Jedes einzelne Land der Welt könnte diesen Plan umsetzen. Oder viele Länder könnten es tun oder alle Länder könnten es gleichzeitig tun, was viel einfacher wäre — worüber die Schweiz aber nicht befinden kann. Pläne, die wesentlich zum Beispiel Aufforstung oder andere Massnahmen im Ausland beinhalten, genügen diesem Anspruch nicht.

Kosten

Die Kosten der CO2-Entfernung wären erstaunlich überschaubar. Müssten zum Beispiel im Jahr 2030 zwölf Millionen Tonnen CO2-aus der Luft und aus Abgasströmen entfernt werden (also ein Viertel der aktuellen Emissionen in CO2-Äquivalenten) und geschieht dies für 200 Franken pro Tonne, kostet die CO2-Entfernung dann (im Jahr 2030) 2,5 Milliarden Franken. Selbst wenn bei sehr pessimistischen Annahmen noch die Hälfte der heutigen Emissionen für 300 Franken aus der Luft entfernt werden müssten, wären die resultierenden 7,2 Milliarden für die Schweiz zu verkraften. (Das Bruttoinlandprodukt der Schweiz beträgt rund 700 Milliarden Franken. Die Schweiz gibt jährlich rund 10 Milliarden Franken für den Import fossiler Energieträger aus.)

Zusätzliche Vermeidungskosten wären besonders in den Jahren bis zum Netto-Null-Jahr erheblich. Der grösste Teil davon wären allerdings nahezu rentable Investitionen (Kraftwerke, Effizienzsteigerung) oder Ersatzbeschaffungen, die geringe Mehrkosten verursachen oder sogar mehr Ersparnis bringen als Kosten (Wärmepumpen, Fahrzeuge) weil landesweit jährlich fünf bis zehn Milliarden Franken weniger für fossile Energieträger ausgegeben würden. Preisinduzierter Verzicht kostet nicht, sondern spart ein.

Die Gesamtkosten wären vertretbar. Sie lägen weit unterhalb der Kosten des gesamtgesellschaftlich sinnlosen Statuskonsums. (Ein erheblicher Teil der Schweizer Wirtschaftsleistung endet in reinem Luxuskonsum; Yves Saint Laurent, Porsche Cayenne, Ferienflüge nach Thailand, etc.) Würde intelligent und in erheblichem Umfang auch in Forschung und Entwicklung investiert, könnte die Auswirkung eines schnellen Netto-Null bis 2030 auf die volkswirtschaftliche Gesamtbilanz bescheiden sein, mittel- bis längerfristig sogar positiv ausfallen.

Werden die CO2-Abgabe und der Tarif für die Sequestrierung optimal gestaltet, wird das ‹Netto-Null› Ziel mit minimierten Gesamtkosten erreicht. Ist die Abgabe zu hoch, sind die Vermeidungskosten unnötig hoch, ist sie zu klein, muss mit hohen Tarifen suboptimal viel Geld für die Sequestrierung ausgegeben werden, um das Ziel zu erreichen. Die Abgabe kann hoch gehalten werden, um die echte Kohlenstoff-Kreislaufwirtschaft (mit teuren synthetischen Energieträgern) zu fördern. Damit würde das Kostenminimum bewusst verlassen.

Dieser Vorschlag ist darum beim Kostenminimum, weil er alle Akteure dazu veranlasst, im eigenen Interesse das Klima mit minimalem Aufwand zu schützen. Und er ist beim Kostenminimum, weil die unverzichtbare und mit Abstand kostengünstigste Option für das Erreichen von Netto-Null rechtzeitig in ausreichendem Mass aktiviert wird: Die Sequestrierung von CO. Alle Pläne, die auf CO2-Sequestrierung verzichten (Verbot von fossiler Energie), sind sehr viel teurer, aber für die Zielerreichung wenig plausibel — und ungerecht. Dieser Vorschlag ist jedoch auch darum nahe am Kostenminimum, weil mit ihm die Menge des sequestrierten CO2 für minimale Gesamtkosten optimiert werden kann.

Viel Elektrizität! Wie?

Die Umsetzung des Vorschlags würde eine Verschiebung von fossiler zu elektrischer Energie bewirken. Diese elektrische statt fossile Energie muss irgendwo (beinahe irgendwo!) produziert werden. Dazu könnten optional (optional!) gezielt Sonnen-, Wind- oder Geothermiekraftwerke gebaut werden, entweder in der Schweiz oder ausserhalb. Diese Kraftwerke könnten staatlich finanziert werden. Das muss aber nicht sein. Aufgrund der in der Schweiz erhöhten Strompreise haben Private und privatwirtschaftliche Unternehmen einen hohen Investitionsanreiz. Erhöht wären die Strompreise durch die CO2-Abgaben, den Grenzausgleich und gegebenenfalls durch Zusatzabgaben auf Atom- oder Wasserkraftwerken (wie weiter unten vorgeschlagen).

Wie viel CO2-freier Strom im Inland produziert wird, sollte nicht aufgrund eines diffusen bis romantischen Wunsches nach Energieautarkie entschieden werden. Dafür ausschlaggebend sollten, neben volkswirtschaftlichen Erwägungen, Risikoüberlegungen betreffend der Versorgungslage in extremen Notlagen sein, Situationen also, wenn von keinem der Nachbarländer Strom in ausreichender Menge geliefert wird.

Natürlich könnten auch spezielle Anreize für die Stromproduktion im Inland geschaffen werden. Solche Anreize sind beliebt. Aber sie sind ungerecht und teuer. Gibt es angemessenen Grenzausgleich, sind ‹spezielle Anreize› fast mit Sicherheit unnötig, denn mit der sauberen Produktion von Strom im Inland liesse sich ausreichend Geld verdienen bzw. sparen. Werden dennoch spezielle Anreize geschaffen, sollten es relativ faire Einspeisevergütungen sein. Diese ‹speziellen Anreize› wären nur wegen allenfalls Bedenken betreffend der Versorgungssicherheit in Notlagen gerechtfertigt. Abhängig von der Höhe des Grenzausgleichs und der Entwicklung in anderen Ländern könnten sich sogar vorübergehend Sonderabgaben aufdrängen, um den Bau von Wind-, Geothermie- oder Sonnenenergieanlagen in der Schweiz zu bremsen.

Schweizer Energieunternehmen können im Ausland investieren, wo die Sonne eher scheint oder der Wind regelmässiger und stärker weht als hierzulande. (Sie haben in besseren Zeiten bereits im Ausland investiert, sogar in gigantischem Ausmass, allerdings stark überwiegend in Atom-, Gas- und Kohlekraftwerke.) Ob dank Investitionen aus der Schweiz im Ausland produzierter Strom in der Schweiz ankommt, ist völlig unerheblich — ausser eben in extremen Notsituationen.

Die hohe CO2-Abgabe und der Grenzausgleich, und als Folge davon der Mehrverbrauch von elektrischer Energie, würden inländische Wasser- und Atomkraftwerke sehr viel rentabler machen. Es drängt sich eine (ohnehin längst überfällige) Risikoprämie für Atomkraftwerke auf und eine Abgabe auf Wasserkraft, als Ergänzung oder als Ersatz der kantonalen und kommunalen Wasserzinsen. Die AKW-Risikoprämie und die Wasserkraftabgabe sollten durch den Bund erhoben werden und die Erträge sollten vollständig als Ökobonus an die Bevölkerung pro Kopf rückverteilt werden. Dadurch würde die Verschwendung von elektrischer Energie vermieden und die Knappheitsrente fair verteilt. Eine Rückvergütung dieser Abgaben bei Exporten sollte unter Umständen erwogen werden — abhängig von der Situation im Ausland, wie immer bei Grenzausgleich. Auf die Nutzung der Windkraft sollte eine angemessene Lizenzgebühr erhoben und als Ökobonus pro Kopf rückverteilt werden. (Das sollte eigentlich selbstverständlich sein, mit den oben vorgeschlagenen Regeln wäre es auch sinnvoll.)

Eine Abgabe für die Nutzung oder den Import von Biomasse für die Energieumwandlung dürfte sich auch aufdrängen. Noch besser wäre natürlich eine Landnutzungsabgabe, wodurch Aufforstung indirekt aber korrekt gefördert würde, wenn aufgeforstete, ungenutzte Flächen keine Abgabe bezahlen müssen. (Davon sind wir jedoch weit entfernt. Träumen ist jedoch nicht verboten, wie im nächsten Beitrag angedeutet ist.)

Mit den vorgeschlagenen Regeln würde sehr bald sehr viel Strom CO2-frei produziert, davon wahrscheinlich eher zu viel im Inland als zu wenig.

Konklusionen

Mit Regeln, wie sie oben beschrieben sind, kann die 2030-Forderung gerecht, sicher, erstaunlich kostengünstig und vollständig umgesetzt werden. Kostengünstig — nahezu optimal kostengünstig — wäre die Regelung unter anderem, weil die Nachteile zu einem erheblichen Teil dort anfallen, wo sie anfallen sollen: Bei den Lieferanten fossiler Energieträger, darunter die Profiteure des OPEC-Kartells. Ein grosser Teil des Aufwands für netto null CO2-Emissionen wird durch Einsparungen bei den fossilen Energieträgern aufgehoben.

Ganz gratis ist Klimaschutz aber nicht zu haben, besonders, wenn es schnell gehen muss. Schnell gehen muss es nun, weil bisher getrödelt und auf Zeit gespielt wurde – und weil schnell in die Zukunft investiert werden muss.

Ohne bahnbrechende, nachahmenswerte aber zuerst durch Vorreiternationen umzusetzende Regelungen — wie oben beschrieben — wird es den heute jungen Menschen, deren Kindern, Enkeln und Urenkeln nicht möglich sein, die globale Temperaturerhöhung auf ein vernünftiges Mass zu beschränken.

Das CO2-Problem wird ohne effektive und vorbildliche Gesetzgebung allzu lange ungelöst bleiben und die Klimakrise wird viel Leben zerstören — eine Tragödie von noch unvorstellbarem Ausmass.

Den zukünftigen Generationen werden die Kosten für Anpassung und die Schäden des Klimawandels überlassen. Es ist eine Generationenungerechtigkeit von auch noch unvorstellbarem Ausmass.

Zusätzliche Feststellungen zum oben dargestellten Vorschlag gibt es in einem früheren Artikel auf klimaatelier.ch:


1,5-Grad Szenarien des IPCC. Ergänzt.CO2-Emissionen müssen schneller sinken als IPCC und UNO kolportieren | Artikel auf klimaatelier.ch


Dies war der vierte von fünf Beiträgen zu den Forderungen der Schweizer Klimastreikbewegung. Die vorausgehenden drei Beiträge (1, 2, 3) sind in wesentlichen Teilen Einleitungen zu diesem Beitrag. Der folgende, fünfte Beitrag behandelt die bedingte Forderung ‹Systemwandel›.


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Welches System wie zu wandeln wäre

Die Forderungen der Schweizer Klimastreiker*innen werden unerfüllt bleiben, soviel ist schon jetzt klar. Für diesen Fall verlangt die Bewegung einen Systemwandel. Auch diese Forderung wird nicht erfüllt werden. Jedenfalls wird es nicht den Systemwandel geben, den sich manche Anhänger*innen einer Systemveränderung wünschen. Was an Wandel sollte gefordert werden?

Dringend gewandelt werden sollte zum Beispiel das System der politischen Entscheidungsfindung, unter anderem durch die systemische Behebung offenkundig-korrupter Zustände (der Art Albert Rösti und Swissoil; Details durch Kurt Marti hier).

Die Klimakrise wirft ein Schlaglicht auf die (eigentlich ohnehin eklatanten) Mängel der Demokratien franco-amerikanischer Prägung, mit denen wir vertraut sind. Es sind zu ‹Pollutokratien› gewordene Plutokratien.

Wir sollten Eigen- und Sonderinteressen mit aller Konsequenz aus den politischen Entscheidungsprozessen aussperren, was, wenn zu Ende gedacht, auch bedeutet, nicht weiter systembedingt immer Leute mit demselben Anspruch zu wählen: Kandidat*innen. (Wir verabscheuen Politiker*innen, also Kandidat*innen. Systembedingt wählen wir sie dennoch immer wieder.) Dieses System gälte es sehr wesentlich zu verbessern.

Krise? Welche Krise? | Plattencover. Supertramp, 1975. Crisis? What Crisis?
Krise? Welche Krise? | Plattencover. Supertramp, 1975.

Die konsequente Anwendung des Verursacherprinzips wäre bereits auch ein wesentlicher Systemwandel. Mit einfachen Regeln würde das Energiesystem gründlich und schnell gewandelt — und es geschähe fast wie von allein, wie im vorhergehenden Beitrag beschrieben ist.

Und das Energiesystem ist das einzige System, das zweifelsfrei sehr schnell gewandelt werden sollte. Selbst dieser Wandel muss jedoch nicht dringend so rigoros sein, wie oft geglaubt wird — was einer schnellen weil einfacheren Lösung im Weg steht.

Bestimmt wird wegen der Klimakrise der Kapitalismus nicht über Bord geworfen — aber möglicherweise gemindert. Noch bestimmter wird es wegen der Klimakrise keinen regelrechten Sozialismus geben — aber, mit Treibhausgasbepreisung und Rückverteilung, und möglicherweise einer Art «Green New Deal», eine Verbesserung der Vermögens- und Einkommensverteilung.

Es gäbe ein System abseits von Sozialismus und Kapitalismus und allem, was dazwischen real existiert. Mit dem Verständnis von Atmosphäre und Natur als Gemeingut ergibt sich eine Perspektive.

Im 19. Jahrhundert hat Henry George vorgedacht; im 20. Jahrhundert haben Georg Ziegler und Peter Barnes weiter- und ihrerseits vorgedacht. Würde gezielt in diese Richtung gearbeitet, könnte das Klimaproblem tatsächlich zu einer Krise werden, also zu einer Chance auf eine positive Veränderung der politischen Ökonomie, des ‹Gesellschaftsvertrags›.


Dieser Beitrag ist der fünfte von fünf in einer Serie zu den Forderungen der Klimastreikbewegung. Die anderen Beiträge sind:

Wie wir das Klima schützen können — wie nicht | Erster Beitrag über die Forderungen der Klimastreikbewegung | klimacharta.ch | klimatelier.ch

Wie wir das Klima schützen können
— wie nicht | Erster Beitrag von fünf Beiträgen über die vier
Forderungen der Klimastreikbewegung

Was ‹Klimanotstand› bedeuten sollte | Beitrag zur ersten Forderung der Klimastreikbewegung | klimaatelier.chWas ‹Klimanotstand› bedeuten sollte
Zur ersten Forderung der Klimastreikbewegung
Beitrag auf klimaatelier.ch

Die grosse Herausforderung | Netto-Null bis 2030 | Was noch zu beachten ist | Eine Einführung | klimacharta.ch | klimaatelier.chDie grosse Herausforderung | Netto-Null bis 2030 | Was noch zu beachten ist | Eine Einführung zur  Forderung Netto-Null bis 2030 | Beitrag auf klimaatelier.ch

Der Ausweg aus der Klimafalle | Vorschlag für Netto-Null bis 2030 unter Berücksichtigung der Forderung ‹Klimagerechtigkeit› | klimacharta.ch | klimaatelier.chDer Ausweg aus der Klimafalle | Vorschlag für Netto-Null bis 2030 unter Berücksichtigung der Forderung ‹Klimagerechtigkeit› | klimaatelier.ch


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CO2-Emissionen müssen schneller sinken als IPCC und UNO kolportieren

Gemäss UNO und IPCC kann die Menschheit bis etwa Mitte dieses Jahrhunderts noch grosse Mengen CO2 ausstossen. Danach sollen die heute jungen Menschen und zukünftige Generationen fast kein CO2 mehr in die Atmosphäre entlassen, sondern die von uns bis dahin produzierte Menge netto wieder aus der Luft entfernen. Ohne Spekulation auf diese netto CO2-Entfernung müssen Länder wie die Schweiz netto null CO2-Emissionen schon etwa im Jahr 2030 erreichen, eher als zum Beispiel im Jahr 2050. Die Schweiz könnte netto null CO2-Emissionen viel schneller erreichen, als normalerweise erklärt wird, wenn sie dank hohen CO2-Abgaben das Treibhausgas ohne Verzug aus der Luft entfernt, um Restemissionen zeitnah auszugleichen. Die Entfernung von CO2 aus der Luft ist möglich und bereits erstaunlich kostengünstig.  CO2-Emissionen müssen schneller sinken als IPCC und UNO kolportieren weiterlesen

Keine Spekulation auf netto negative Emissionen, sondern CO2-Entfernung jetzt!

Die Entfernung von CO2 aus der Luft macht die Lösung des CO2-Problems greifbar. CO2-Entfernung muss für jetzt verlangt werden, solange die Verursacher zur Übernahme der Kosten verpflichtet werden können. Denn später, wenn mehr CO2 entfernt werden müsste, als noch ausgestossen wird, kann diese netto CO2-Entfernung kaum finanziert werden. Paradoxerweise steht die Phantasie von netto CO2-Entfernung in der zweiten Hälfte dieses Jahrhunderts hoch im Kurs, während die Notwendigkeit der zeitnahen CO2-Entfernung verkannt und die Möglichkeit sogar meist geleugnet wird. Sowohl diese weitverbreitete Leugnung als auch die Spekulation auf netto negative Emissionen schaden den Anstrengungen zur Begrenzung der globalen Temperaturerhöhung. Keine Spekulation auf netto negative Emissionen, sondern CO2-Entfernung jetzt! weiterlesen

Die CO2-Entfernung aus der Luft ist notwendig und da

Die Entfernung von CO2 aus der Luft mit rein technischen Methoden ist bereits möglich und sogar auch schon bezahlbar. Die Technologie wird dringend benötigt. Es wäre aber eine Illusion zu glauben, in der zweiten Hälfte des Jahrhunderts würde für die Netto-Entfernung von Hunderten von Gigatonnen CO2 bezahlt werden. Die CO2-Entfernung aus der Luft ist notwendig und da weiterlesen

Einbildung und Leugnung: Schweizer Ergebnisse des European Social Survey 2016 zu Klimawandel

Die Bevölkerung Europas, einschliesslich der Schweiz, wurde zum Thema Klima und Energie befragt. Die Ergebnisse sind aus psychologischer Sicht interessant und legen offen, wie sehr die Kommunikation zum Thema Klimawandel bisher gescheitert ist. Die Schweizerinnen und Schweizer leugnen den Klimawandel, sorgen sich aber deswegen, fühlen sich verantwortlich und glauben, persönlich korrekt zu handeln. Dass ihr Handeln nutzbringend ist, glauben sie sehr viel weniger. Die interessantesten Resultate sind graphisch dargestellt. Einbildung und Leugnung: Schweizer Ergebnisse des European Social Survey 2016 zu Klimawandel weiterlesen

Klima-Lenkungsabgabe in die Verfassung!

Der Bundesrat schlägt ein Klima- und Energielenkungssystem vor und will es in der Verfassung verankern. Die Frist zur Einreichung von Antworten auf die entsprechende Vernehmlassung ist der 12. Juni 2015. Da der Vorstoss vom Bundesrat ausgeht, ist die Chance auf Umsetzung intakt. Dieser Beitrag beurteilt das politische Umfeld und stellt eine konkrete Antwort auf die Vernehmlassung vor. Klima-Lenkungsabgabe in die Verfassung! weiterlesen

Kommentar über «knappe Ressourcen»

Immer mehr setzt sich die bezüglich Klimaschutz vielleicht wichtigste Erkenntnis durch: Es gibt sehr viel mehr Kohle, Gas und Erdöl, als das Klima verkraftet. Diese Erkenntnis ist die Grundlage der Carbon Bubble Hypothese und damit der Ausgangspunkt der Divestment-Kampagne, die primär den grössten Firmen des fossilen Energiesektors Finanzen entziehen will. Trotz sinkender Preise für Kohle, Öl und Gas ist der Peak-Hype, die Behauptung, die fossilen Energieträger seien knapp, noch nicht vorbei.
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