Repower GV Broschüre, modifiziert

Leugnen von Fehlverhalten. Die zweifelhaften Methoden der Bündner Repower — Teil 2

An der Generalversammlung der Repower 2015 wurde die Manipulation der Medien und der Generalversammlung bekannt gemacht, die im Vorjahr stattgefunden hatte. Verschiedene Medien Graubündens berichteten — ohne jedoch den genauen Ablauf der Vorfälle zu beschreiben. Die von den Medien festgehaltenen Erklärungen der Verwaltungsräte Eduard Rikli und Martin Schmid sowie von Regierungsrat Cavigelli zeigen, wie sehr sich das Bündner Energieunternehmen weiterhin den Realitäten verschliesst. Die obersten Verantwortlichen der Repower leugneten die Manipulation. Auch die Verstrickung des Unternehmens mit der Mafia in Kalabrien wird weiterhin konsequent geleugnet.

Livio Zanolari
Livio Zanolari. Kommunikationsexperte. Verantwortlicher Unternehmens-kommunikation der Repower. Manipulator. Er stiftete an der Repower Generalversammlung einen Aktionär an, einen Vergleich des in Kalabrien geplanten Kohlekraftwerks ausgesuchten Gegnern des Kraftwerks in die Schuhe zu schieben. Zanolari kandidiert für die SVP bei den kommenden Nationalratswahlen.

An der Generalversammlung 2014 stiftete Repowers Verantwortlicher für Unternehmenskommunikation, Livio Zanolari, einen Aktionär an, zu behaupten, er habe Material im Internet gefunden, das die Gegner des von Repower in Kalabrien geplanten Kohlekraftwerks belasten würde. Es geht um einen Vergleich des Kraftwerks mit dem Konzentrationslager Auschwitz.

Praktisch zeitgleich behauptete auch Davide Damiani, der Mediensprecher von Repower Italien, die Gegner hätten den umstrittenen Auschwitz-Vergleich auf ihrer Facebook Seite gehabt. Die Vorgänge der Desinformation sind in diesem Beitrag ausführlich beschrieben. Der Beitrag wurde während der Generalversammlung publiziert und die Generalversammlung wurde auf den Artikel hingewiesen.

Um den Vorwurf zu erläutern, sagte ich an der Generalversammlung:

“ Im Protokoll ist festgehalten, dass der Aktionär, der ein A4 mit einem Vergleich des in Kalabrien geplanten Kohlekraftwerks mit dem Konzentrationslager Auschwitz in die Luft hielt, behauptete, er sei ‚im Internet auf diese Seite gestossen‘.

Ich habe den Aktionär beim Mittagessen gefragt, woher er das A4 wirklich hatte. Er hat mir und denjenigen, die in unserer Nähe sassen, bereitwillig erklärt, der Mediensprecher habe es ihm gegeben und ihn aufgefordert, dazu eine Wortmeldung zu machen. Vorher habe der Mediensprecher eine andere Person gebeten, dies zu tun, aber dieser Aktionär habe es abgelehnt. Die Frage, welcher der beiden Mediensprecher es gewesen sei, wurde mit ‚Livio Zanolari‘ beantwortet.

Nach dem offiziellen Teil der GV verteilte ich beim Ausgang ein Faktenblatt über den Repower Italien Chef Fabio Bocchiola — anderswo zu verteilen war mir verboten worden — freie Meinungsäusserung der Aktionäre ist etwas anderes. Da gingen Sie an mir vorbei und sagten: «Jetzt wird mir also vo dä GV vorgworfe, dass ich zwenig duregrife, wänn in Italie so Sachä vorchömed, so isch es jetzt, Herr Vogelsanger.» Entweder Sie sind ein Schauspieler und ein Lügner — ich glaube es nicht — oder dann sind Sie vom Aktionär mit dem A4, besser gesagt von Livio Zanolari, auch manipuliert worden. „

Eine transparente Informationspolitik ist der Repower wichtig. Angeblich.
„Repower ist die freie Meinungsäusserung der Aktionäre und eine transparente Informationspolitik wichtig.“ Auszug aus dem Protokoll der manipulierten Repower Generalversammlung 2014. Die Floskel wurde auch an der diesjährigen Generalversammlung von Eduard Rikli wiedergegeben. Vergrössern.

 

Der Präsident des Verwaltungsrats der Repower, Eduard Rikli, sagte im Anschluss an die Generalversammlung gegenüber Südostschweiz TV: „Der Vorwurf der heute kam, war ja derjenige, der Bezug nahm auf die Generalversammlung des letzten Jahres, wir hätten irgendetwas manipuliert. War für mich sehr überraschend, ich würde nicht wissen, was wir manipuliert haben sollen, und dass dies heute kam, war für mich noch einmal eine Überraschung, ich muss sagen, ich kann mit dem nichts anfangen.“

Zu diesem Zeitpunkt hatte Eduard Rikli nicht nur meine Ausführungen zur Kenntnis erhalten. Er hätte auch schon die detaillierte Darstellung über die Vorgänge an der letzten Generalversammlung gelesen haben können, denn ich machte die Anwesenden auf unverkennbare Art auf den Link auf den entsprechenden Artikel aufmerksam.

Und Martin Schmid liess von Südostschweiz TV festhalten: „Für mich persönlich ist es sehr wichtig, dass Repower eine offene Kommunikationspolitik betreibt […]“

„Praktiken wie Desinformation der Bevölkerung und der Medien können aus meiner Sicht nicht geduldet werden.“ Martin Schmid 2011, nachdem frühere Fälle von Desinformation bekannt geworden waren.

 

Die zweite Manipulation zum gleichen Thema an der GV 2014 wurde von den Verantwortlichen der Repower gar nicht kommentiert. Ich sagte dazu:

“ Das Anstiften des Aktionärs mit dem A4 ist darum besonders schlimm, weil es sich nicht nur um eine Lüge handelt, sondern sogar um eine Verleumdung. Repower versucht, den auf dem A4 gezeigten Vergleich den Aktivisten, die Sie in Kalabrien auf 4 Millionen Euro Schadenersatz verklagten, in die Schuhe zu schieben. An der letzten GV nicht einmal, sondern gleich zweimal. Der Mediensprecher von Repower Italien log und verleumdete bei seinem Interview mit der RSI in Landquart ebenso, wie der angestiftete Aktionär mit dem A4. Er behauptete, der umstrittene Vergleich sei auf der Facebook-Seite der Kohlegegner in Kalabrien gewesen. Seine gezeigten ‚Belege‘ stützen seine Aussage nicht, widersprechen teilweise sogar seinen Behauptungen. „

Eduard Rikli wollte nicht begriffen haben, worin die Manipulation bestand; Martin Schmid ist eine transparente Kommunikationspolitik der Repower wichtig — so behauptet er; Mario Cavigelli verschliesst sich den Fakten, was Repower und die Mafia angeht. Auszug aus der Nachrichtensendung von Südostschweiz TV.

 

Repower leugnet nicht nur Desinformation, sondern weiterhin auch die Mafia-Verstrickung

In einer weiteren Wortmeldung sagte ich unter anderem:

“ Mitte Februar 2013 erklärten nach einer Razzia die Innenministerin, die Untersuchungsrichterin und 2 Staatsanwälte, dass der Berater von SEI/Repower, Franco D’Aquaro, sich mit den lokalen Mafia-Clans über den Bau des Kraftwerks geeinigt habe.

3 Monate später wiesen Sie, Herr Rikli, an der GV, diese Dinge ‚schärfstens‘ zurück. Sie, Herr Bobst, hatten sogar noch die Dreistigkeit zu erklären: «Sprechen Sie mit dem zuständigen Staatsanwalt!» Herr Bobst, wie oft soll der Staatsanwalt denn wiederholen, dass D’Aquaro sich mit der Mafia geeinigt hat? „

Eduard Rikli, der Verwaltungsratspräsident der Repower, sagte dazu gegenüber Südostschweiz TV: „Man sollte sich einmal überlegen, was das bedeuten würde, für eine Gesellschaft wie Repower, wenn man mit der Mafia Kontakt aufnehmen würde, ich weiss nicht, was sich diese Leute überlegen, die solche Vorwürfe machen.“

Man sollte sich einmal überlegen, was das bedeuten würde, für eine Gesellschaft wie Repower, wenn man mit der Mafia Kontakt aufnehmen würde … (Eduard Rikli anschliessend an die Repower Generalversammlung 2015)

Regierungsrat Mario Cavigelli erklärte dem Fernsehen: „In erster Linie ist es eine Aufgabe der Unternehmung selbst, des Verwaltungsrats, der Geschäftsleitung, zu schauen, gibt es tatsächlich mafiöse Machenschaften, in die Mitarbeiter verwickelt sind, diese Abklärungen haben unseres Wissens stattgefunden und haben sämtliche Mitarbeitenden entlastet, somit haben auch wir als Aktionär eigentlich keinen Anlass, weiter daran zu zweifeln.“

Dies sagen die obersten Verantwortlichen der Repower 2 Jahre nachdem zwei Staatsanwälte, die Untersuchungsrichterin und die Innenministerin erklärten, Repower habe mit den lokalen Mafia-Clans die Zustimmung zum Bau des Kraftwerks vereinbart. Und sie bestreiten die Mafia-Problematik obschon die Behörden die Verbindung des Wortführers der von Repower aufgebauten Pro-Kohle Komitees mit der Mafia bekannt machten.

Radio Südostschweiz stellte die Manipulation auch ins Zentrum ihrer Berichterstattung über die Generalversammlung 2015.

Dasselbe tat  das Romanische Radio RTR.


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